Hundohneleine: Infos zum Hund


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Was Hündchen nicht lernt - lernt Hund nimmer mehr?!

Das stimmt zwar nicht 100% aber Du solltest Dir schon klar darüber sein:

DAS WELPENALTER ist das Wichtigste im Hundeleben! Niemals wieder hast Du die Möglichkeit Deinem kleinem vierbeinigen Chaoten die Welt so zu zeigen wie sie ist, ohne das er es gleich für eine Bedrohung hält. In diesem Alter besiegt seine Neugier nämlich noch sämtliche Furcht.

Erziehen???...aber wie und wen???

In den meisten Büchern über Hundeerziehung wird einem erst einmal klargemacht, was der Hund nicht zu tun hat und was wir als frischgebackener Hundebesitzer möglichst vermeiden sollten. Und da wir ja als Neuling auch nichts falsch machen wollen, lesen wir gespannt was denn dort so steht. Nach einer Weile schauen wir verliebt zu unserem so tief und ruhig schlafendem Welpen, aber oh Schreck, er ist garnicht mehr da???

Chaotisch suchen wir unseren Kleinen und unser gerade noch so verliebter Blick wandelt sich urplötzlich in einen entsetzten Blick. Denn unser neuer Hausgenosse hat die Zeit, während wir gelesen haben, richtig gut genutzt und unser Wohnzimmer in eine kleine Müllhalde verwandelt: Blumen wurden ordentlich aus dem Topf gebuddelt, dabei die Erde auch schön breit verstreut und die Blätter mit den Zähnchen mit einem neuen Muster versehen. Natürlich sind ihm diese nicht sonderlich bekommen und gleich daneben wurde mal eben alles wieder hingewürgt. Ein kleiner See wurde auf dem neuen Teppich hinterlassen, damit auch ja die Fliesen nicht nass werden und danach mit einem Sack Vogelsand, der wohl irgendwo rumlag, im Maul losgezogen, um diesen mal kreuz und quer zu verteilen beim Kampf. Whow wir können genau sehen, welchen Weg er dabei genommen hat...hmmm...und nun hat der kleine Dreckspatz sich genüsslich hingekuschelt und schläft, als wenn er kein Wässerchen trüben könnte.

Goofy

So und nun sollen wir möglichst den Überlegenen mimen und den Hund für seine Unarten bestrafen, aber dies soll ja immer nur dann geschehen, wenn wir unseren kleinen Chaoten auf frischer Tat ertappen oder besser noch, wenn wir ihm schon ansehen, dass er gleich etwas aushecken will. Ähm...ja aber die Untaten mit den Blumen, der Blumenerde, dem Vogelsand und soweiter sind ja nun schon verjährt und mittlerweile schläft unser kleiner Welpe auch schon wieder friedlich vor sich hin. Also erstmal aufräumen und dann schnell lesen, wie man richtig bestraft???

Gibt es dies überhaupt? Gibt es eine Gebrauchsansweisung für Hunde?

Wohl kaum, denn zum Einen sind es Lebewesen mit Instinkten, Trieben, Gefühlen und Launen, wie wir Menschen auch, und zum Anderen sind sie auch nicht alle gleich. Was für den einen Vierbeiner richtig sein mag, kann für den Anderen grundverkehrt sein. Aber es gibt einige Richtlinien an die man sich, als frischgebackener Hundebesitzer, halten kann; wie weit man diese einhält, liegt im Ermessen des Einzelnen.

Wichtig ist mit Sicherheit konsequent zu bleiben und sich nicht von den niedlichen, grossen Welpenäugelchen um den Finger wickeln zu lassen. Einmal verbotene Dinge sollten auch verboten bleiben, also z.b. Schuhe sind tabu! Und nicht - ach lass ihm doch den einen Schuh, dann hat er etwas zum Spielen - wie bitte soll denn da Dein kleiner Welpe wissen, welchen Schuh er nun zerlegen darf und welchen nicht??? Oder sind mehrere Personen an der Erziehung des neuen Hausgenossen beteiligt, sollte vorher abgesprochen werden, welche Kommandos/Signale wir denn für welche Ausführung benutzen möchten... denn wie soll der Neuling im Menschenrudel, der gerade angestrengt versucht aus den Worten, Gesten und Taten schlau zu werden, verstehen was: Aus, Pfui, Böser Hund, lass das, nicht doch, Donnerwetter nochmal... bedeuten soll??!!

Haben wir aber alle die nötige Geduld, die gleichen Signale, die gleichen Gesten (erhobener Zeigefinger, tiefes Brummen, über die Schnauze greifen, umschmeissen...etc.) wird unser Vierbeiner bald verstehen was gemeint ist. Versüssen wir ihm dann dazu noch richtig Ausgeführtes mit Streicheleinheiten, Lob und Leckerchen wird er sehr schnell lernen, was für ihn positiv und was negativ ist. Keine Angst dabei, denn auch im Wolfsrudel müsste der Welpe lernen was er darf und was nicht. Schaut man sich einmal solche Dokumentationsfilme an, wird man sehen, dass der Rudelführer, die Älteren der Gruppe und auch die Mutter nicht gerade zimperlich mit den Welpen umgehen. Aber HALLO, das soll bitteschön nun kein Freibrief für Schläge, Gebrüll und andere drakonische Bestrafungsmethoden sein!!! Damit verunsicherst Du Deinen neuen Freund nur und verlierst auf Dauer sein Vertrauen und damit auch die Basis für ein gutes, glückliches Zusammenleben mit Deinem Hund.

Gib Deinem Hund Zeit zu lernen und Dich zu verstehen! Für ihn redest und bewegst Du Dich in einer Fremdsprache, die er sich erst aneignen muss. Stell Dir nur mal vor, Du bist im Ausland und verstehst kein Wort. Nun schreit man Dich auch noch an, wenn Du etwas zum dritten Mal falsch machst. Da wirst Du mit Sicherheit irgendwann resignieren und das Lernen sein lassen. Lobt man Dich aber für jedes neu erlernte Wort wirst Du mit Feuereifer dabei sein, möglichst schnell die anderen Worte und ihre Bedeutung zu lernen... so ähnlich kannst Du Dir das Lernverhalten Deines Welpen vorstellen.

Aber auch Du solltest von Deinem neuen Freund lernen, genau wie er alles versucht um Dich zu verstehen, sollten wir uns auch die Mühe machen seine Ausdrucksweise zu lernen und zu verstehen. Warum wedelt er mit dem Schwanz? Freut er sich oder wedelt er unterwürfig um Dich zu beschwichtigen, aus Angst, aus Nervosität? Warum gähnt er wenn wir ihm etwas Neues beibringen möchten? Findet er es so langweilig, ist es eine Übersprungshandlung oder ein Beschwichtigungssignal? Warum kratzt er sich bei Unterordnungsübungen? Juckt es ihn oder passt es ihm nicht was und wie wir ihm etwas beibringen wollen?... dies lässt sich unendlich weiter führen, denn auch Dein Hund hat seine eigene Sprache und die sollten wir wenigstens zum Teil kennen, verstehen und zu nutzen lernen.

Socke und Goofy

Wichtig ist in diesem Alter auf jeden Fall auch der Kontakt mit anderen Hunden, bestens geeignet sind dazu Welpengruppen. Denn hier lernt der Kleine sich unterzuordnen, sich durchzusetzen, sich auf Hundeart verständlich zu machen. Wir sollten ihn aber auch nicht von erwachsenen Hunden fernhalten, nur weil er uns sooo klein erscheint, dabei lernt er auch Respekt und seine Grenzen gegenüber anderen Hunden. Vorausgesetzt es handelt sich hierbei auch um gut sozialisierte Hunde, denn den viel gepriesenen Welpenschutz gibt es nur im eigenen Rudel!

Was nützt es uns, wenn das kleine Energiebündel gleich gebissen wird, nur weil er einen Älteren zum Spielen nervt. Evtl. erhält er dadurch einen Knacks und wir brauchen lange Zeit um ihm wieder sein Vertrauen zu anderen Hunden zurück zugeben. Aber in den meisten Fällen wissen die Hundehalter wie sich ihr Schützling gegenüber Welpen verhält und im Normalfall warnen sie einen auch, den Welpen fern zu halten, wenn der Ältere keine Lust auf so ein Nervbündel hat. Denn nerven können die kleinen Vierbeiner die Älteren ganz gut, das habe ich selber bei meinen immer wieder beobachtet und manchmal die Geduld der erwachsenen Hunde bestaunt.

Nimm Deinen Welpen auch möglichst oft mit, damit er seine Umgebung kennenlernt: die Geräusche der Stadt z.B. können einen Welpen, der auf dem ruhigen Land geboren ist, ganz schön ängstigen. Aber mit Dir zusammmen wird er bald mutig seine kleine Welt erkunden. Wichtig ist dabei, das DU Ruhe und Sicherheit ausstrahlst, denn der Welpe orientiert sich an Dir. Beruhige ihn nicht, wenn er irgendwo Angst oder Unsicherheit zeigt, sondern ignoriere das Verhalten und zeige ihm damit, das nichts euch Beide bedroht. Denn Du als Leitfigur hast alles im Griff und der kleine Welpe muss sich in Deiner Nähe keine Sorgen machen oder die Situation selber beherrschen.




Dies sind nur Hinweise, wie DU im Endeffekt mit Deinem Hund zusammenlebst, musst Du sicher selber entscheiden und manchmal auch ausprobieren, denn wie gesagt, jeder Wusel hat seine Besonderheiten ;-)