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Der Hund und seine Ernährung: wasserlösliche Vitamine

Vitamin B1 im Hundefutter

Vitamin B1 wird auch als Thiamin bezeichnet oder ist auch unter Aneurin bekannt. Es spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Kohlenhydrate und damit im Energiestoffwechsel, hier vor allen Dingen in der Decarboxylierung der Brenztraubensäure ( => Endprodukt des Glucose - Abbaus ).
Vitamin B1 wird auch schon mal als Nervenvitamin bezeichnet, da es für den Umsatz der Kohlenhydrate der Nervenzellen wichtig ist und Nerven und auch Muskeln in ihrer Tätigkeit unterstützt.

Wie alle B-Vitamine zählt auch Vitamin B1 zu den wasserlöslichen Vitaminen und wird somit bei zu hoher Verabreichung relativ fix über die Nieren und den Darm ausgeschieden. Ein geringer Teil kann in der Herz- und Skelettmuskulatur, auch in der Niere, aber nur wenig in der Leber gespeichert werden. Der Bedarf von Vitamin B1 ist abhängig von der Stoffwechselaktivität des einzelnen Hundes und der Zufuhr an Kohlenhydraten in der Nahrung ( je höher der Anteil, desto höher sollte der Vitamin B1 Anteil sein ).

Der Vitamin B1- Bedarf des Hundes wird angegeben mit 20mcg Vitamin B1 pro kg Körpergewicht. Im Wachstum, Laktation, vermehrter körperlicher Bewegung, sehr niedrigen Umgebungstemperaturen und bei einer Überfunktion der Schilddrüse kann der Vitamin B1- Bedarf aber erhöht sein. Viel Vitamin B1 findet man in Nahrungsmitteln wie z.b. Hefe, Herz, Leber, Eiern, Gemüse und in dem Magendarmtrakt der Pflanzenfresser. Ein paar Nahrungsmittel, die relativ viel Vitamin B1 enthalten pro 100g rohem Bestandteil:

Bierhefe 12 mg
Haferflocken 0,6 mg
Erbsen 0,3 mg
Rinderleber 0,3 mg

Durch Wässern, Kochen und dann dem Entfernen des Kochwassers gehen wasserlösliche Vitamine verloren, dies trifft auch auf Vitamin B1 zu. Daneben führt eine einseitige Ernährung mit Weissmehlen, poliertem Reis, fettreicher Futterstoffe und bestimmten Fischsorten ( Karpfen, Hering, Kabeljau und Hering ) zu einem Mangel. Zu den Fischen weiss man, dass sie ein Enzym enthalten, das mit Thiaminase bezeichnet wird, welches das Vitamin B1 zerstört. Zucker zählt man auch zu den Vitamin B1- Hemmern, da beim Abbau von Zucker sehr viel Vitamin B1 benötigt wird.

Ein Mangel an Vitamin B1 kann das zentrale Nervensystem stark beeinflussen, da es auf den ausreichenden Stoffwechsel der Kohlenhydrate angewiesen ist, der ohne Vitamin B1 behindert ist. Dies äussert sich z.b. durch Hinterhandlähmungen, Krämpfen und Kreislaufstörungen. In ganz schweren Fällen tritt eine Gehirnerweichung auf, die auch mit zusätzlichen Gaben nicht mehr abgewendet werden kann.
Ein Überschuss an Vitamin B1 ist dagegen selten, da überschüssiges Vitamin B1 mit dem Harn ausgeschieden wird.



Vitamin B2 im Hundefutter

Vitamin B2 ist auch unter der Bezeichnung Riboflavin bekannt. Es ist wichtig für den Wasserstoff - und Elektrolyttransport und ist Bestandteil der Flavoenzyme, die eben für Wasserstofftransport und -übertragung zuständig sind. Daneben wirkt es allgemein im gesamten Stoffwechsel mit und unterstützt auch Augen, Haut und Schleimhäute in ihrer Funktion.

Pflanzen und Mikroorganismen können Vitamin B2 selber herstellen, der Hund und auch der Mensch leider nicht. Wohl aber können auch der Mensch und der Hund, wie alle anderen Lebewesen Vitamin B2 in biologisch, aktive Formen umwandeln, um sie zu nutzen. In dieser biologisch, aktivierten Form findet man Vitamin B2 fast im gesamten Organismus, in allen Zellen und Organen, wie Herz, Leber und Nieren bei der Arbeit.

Bei normaler Fütterung kommt es selten zu einem Mangel an Vitamin B2. Man findet Vitamin B2 hauptsächlich in Hefe, Milch und Milchprodukten, aber auch z.b. in Leber, Niere, Herz und Fisch. Bei erhöhter Protein- und Fettzufuhr sollte entsprechend mehr Vitamin B2 im Futter vorhanden sein. Ein starker Mangel kann auch den Stoffwechsel von Vitamin B3, B6, Folsäure und Vitamin K negativ beeinflussen. Ein paar Nahrungsmittel, die relativ viel Vitamin B2 enthalten pro 100g rohem Bestandteil:

Kalbsleber 2,2 mg
Vollmilch ml 0,18mg
Joghurt 0,18 mg
Bierhefe 0,4 mg
Rinderhack 0,15 mg

Der Bedarf an Vitamin B2 wird beim Hund mit 50mcg Vitamin B2 pro kg Körpergewicht angegeben. Während der Trächtigkeit, Laktation und bei Hunden im Wachstum ist der Bedarf erhöht und auch bei sehr aktiven Leistungshunden hat man einen erhöhten Bedarf festgestellt.

Bei Hunden im Wachstum kann ein Mangel an Vitamin B2 zu Appetitlosigkeit, Muskelschwäche, Nerven- und Wachstumstörungen führen. Daneben zeigen sich Haut- ( z.b. Dermatitis ) und auch Schleimhautschäden ( z.b. Hornhauttrübungen der Augen ).
Vitamine der B- Reihe findet man in grosser Menge in den Randschichten der verschiedenen Getreideformen. Darum wird auch immer die Zufuhr von Vollkornprodukten angesprochen. Bei den Gegner der Getreidefütterung des Hundes sollte also auf entsprechende Zufuhr durch andere Nährmittel geachtet werden.



Vitamin B3, Niacin im Hundefutter

Die Bezeichnung Vitamin B3 ist eigentlich veraltet, man spricht heute von Niacin, welches als Sammelbegriff für Nikotinsäure und Nikotinsäureamid dient. Ich habe es hier aber bewusst unter der Bezeichnung gelassen, damit man eine Übersicht hat, was alles zu den B- Vitaminen zählt.

Vitamin B3 ist an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt: der Fette, der Kohlenhydrate und der Aminosäuren, also wichtig für den Energiestoffwechsel. Daneben wird es zur Reproduktion und Reperatur der DNS gebraucht, wirkt regulierend auf den Blutzucker und ist wichtig für den Zellstoffwechsel von Haut, Nerven, Muskeln und Verdauung. Da Vitamin B3 zu den wasserlöslichen Vitaminen zählt, wird überflüssiges über die Niere ausgeschüttet und nur ein minimaler Teil in der Leber gespeichert.

Nikotinsäure kann im Körper aus der Aminosäure Tryptophan gebildet werden, darum hängt der Bedarf an Vitamin B3 auch mit der Aufnahme an Tryptophan über die Nahrung zusammen. Bei hochwertigen Eiweissen in der Fütterung, die über entsprechend hohe Tryptophangehalte verfügen, geht der Bedarf nachgewiesenerweise zurück. Eiweisshaltige Nahrungsmittel enthalten im Durchschnitt ca. 1% Tryptophan.
In Getreidekörner und deren Endprodukten kann die enthaltene Nicotinsäure nur bedingt genutzt werden, da sie hier in gebundener und damit schwer löslichen Form für den Hund vorliegt. Voll verwertbar sind dagegen tierische Produkte, was wichtig ist zu wissen, wenn man den Hund selber versorgt. Sollte man hier überwiegend mit Getreide ( vor allen Dingen Mais ) füttern, muss man schauen das man ausreichend Vitamin B3 zusteuert, sonst kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

Der Bedarf an Vitamin B3 wird mit 225mcg pro kg Körpergewicht angegeben und ist im Wachstum und der Trächtigkeit erhöht. Ansonsten findet man eher selten einen Vitamin B3- Mangel. Sollte doch ein Mangel auftreten, so zeigt er sich durch Unlust beim Fressen, körperlicher Fehlentwicklung und in entzündlichen Hautveränderungen. Am Bekanntesten in diesem Zusammehang ist sicher die sogenannte "black tongue" Erkrankung, wobei es sich um dunkel-lila farbene Zunge handelt, die hier durch Zellstoffstörungen der Schleimhäute auftritt. Daneben können auch Geschwürbildungen im Maul- und Verdauungstrakt beobachtet werden, was sich in Durchfällen äussern kann.

Ein Übermass ist zwar auch selten beobachtet worden, da die Toleranzgrenze bei erhöhter Vitamin B3- Zufuhr sehr hoch liegt, aber es kann in seltenen Fällen durchaus geschehen und äussert sich dann in Erbrechen und Hautreizungen.
Vitamin B3 findet sich in allen tierischen Produkten wie z.b. Fleisch, Milchprodukte und Huhn, aber auch in Getreide und Gemüse wie Erbsen, Blumenkohl oder auch Kartoffeln. Ein paar Nahrungsmittel, die relativ viel Vitamin B3 enthalten pro 100g rohem Bestandteil:

Rinderleber 15 mg
Huhn (Brustfleisch) 11 mg
Kaninchen 8 mg
Lachs 7 mg
Heilbutt 6 mg
Kalb- und Rindfleisch 6 mg
Forelle 3 - 4 mg


Vitamin B5, Pantothensäure im Hundefutter

Vitamin B5 ist meist bekannter unter dem Namen Pantothensäure. Da diese nicht frei in Nahrungsmitteln zu finden ist, sondern immer in gebundener Form, muss sie im Körper erst wieder in kleinen Schritten freigesetzt werden, um verwertet zu werden.
Es gibt drei bekannte Formen von Pantothensäuren, die als stabil gelten, dazu zählt man Calcium- und Natriumpantothenat, wo die Säure also an Calcium oder an Natrium gebunden ist. Die dritte Art ist eine alkoholische Form und nennt sich Panthenol, was man schon mal äusserlich in Wundheilsalben findet, weil es in der Haut zu Pantothensäure umgewandelt werden kann.

Pantothensäure ist ein Bestandteil des Coenzyms A und damit an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt, wie Auf- und Abbau von Fettsäuren, Kohlenhydraten, Steroiden wie Cholesterin und Gallensäuren und somit z.b. auch bei Hormonen der Nebennierenrinde ( = Kortikosteroide ). Daneben ist es an der Bildung von Acetylcholin und Taurin beteiligt, welches sogenannte Neurotransmitter ( = Botenstoffe zwischen den Nervenzellen ) sind und weiterhin unterstützt es die Vitamin A und D Synthetisierung.

Daraus ergibt sich die Wichtigkeit dieses Vitamins von selbst, eine Unterversorgung tritt aber trotzdem selten auf, weil sich Vitamin B5 in fast allen Nahrungsmitteln findet, wenn auch nur gering. In Gelee Royal, einem Konzentrat aus der Produktion der Honigbienen findet sich besonders viel Vitamin B5, aber auch in Innereien wie Nieren, Leber, Herz und in Eiern und Vollkornprodukten. Ein paar Nahrungsmittel, die relativ viel Vitamin B5 enthalten pro 100g rohem Bestandteil:

Kalbsleber 7,9 mg
Bierhefe 7,0 mg
Rinderherz 2,8 mg
Erdnüsse 2,6 mg
Naturreis 1,7 mg
1 Hühnerei 1,6 mg
Wassermelone 1,6 mg
Brokkoli 1,3 mg
Rindfleisch 0,6 mg

Der Bedarf an Vitamin B5 für den Hund wird mit 200mcg Vitamin B5 pro kg Körpergewicht angegeben. Im Wachstum, Trächtigkeit und Laktation sind die Werte wieder erhöht. Kommt es doch zu einem Mangel, so äussert sich dieser in Wachsstumsstörungen, Hautentzündungen, Haarausfall und Magen- Darmentzündungen. Bei länger anhaltendem Mangel kann es zu Nervenstörungen und zu Anämien kommen.



Vitamin B6, Pyridoxin im Hundefutter

Vitamin B6 beinhaltet eine Reihe von Pyridoxinformen, die eine biologische Aktivität zeigen. Hierzu zählt man sechs Formen, die auch ineinander innerhalb des Stoffwechsels, umgewandelt werden können. Darum bezeichnet man Vitamin B6 auch als Pyridoxin.
Vitamin B6 ist für den Stoffwechsel von Eiweissen und damit für den Ab- und Umbau der Proteine aus der Nahrung sehr wichtig. Es unterstützt darüber hinaus die Vernetzung von Bindegewebe, die Blutgerinnung und die Immunabwehr. Wichtige unterstützende Faktoren stellt es auch im Hormon- und Nervensystem dar.

Der Bedarf von Vitamin B6 wird bei unserem Hund mit 20mcg pro kg Körpergewicht angegeben. Auch hier gelten die Werte im Wachstum und während der Trächtigkeit und Laktation als erhöht. Der Bedarf kann durch die Nahrung beeinflusst werden, so muss man bei eiweissreicher Nahrung und der Gabe von wenig essientiellen Fettsäuren mit einem erhöhten Bedarf rechnen.
Ein Mangel an Vitamin B6 kann dazu führen, dass Tryptophan nicht zu Nicotinsäure umgewandelt wird und sich somit grössere Mengen des Zwischenproduktes Xanthurensäure bilden, die über die Niere ausgeschieden werden müssen. Auch die Umwandlung von Glyoxylsäure kann gestört werden, was zu Oxalsteinbildung führen kann und somit die Nieren schädigt.

Die meisten Nahrungsmittel für unseren Hund haben aber genug Gehalt an Vitamin B6, so dass ein Mangel selten auftritt und somit Anzeichen wie Leistungsabnahme, Schleimhautentzündungen und erhöhte Infektionsanfälligkeit selten zu erkennen sind. Sollte allerdings ein längerer Mangel bestehen, kann es zu Anämien, Wachstumstörungen und Störungen des Nervensystems kommen.

Ein Überschuss ist auch kaum bekannt, seltene Fälle werden mit Lähmungserscheinungen und Nervenschäden bezeichnet.
Vitamin B6 findet sich in allen Nahrungsmitteln, besonders aber in der Leber und allgemein in Fleisch, daneben auch in Kartoffeln, Getreide, Hülsenfrüchte und Gemüse oder auch in Fisch, ausserdem in Milchprodukten. Achtung bei der Sterilisierung von Milch geht Vitamin B6 verloren. Ein paar Nahrungsmittel, die relativ viel Vitamin B6 enthalten pro 100g rohem Bestandteil:

Leber 0,9 mg
Fisch je nach Art 0,3 - 0,8 mg
Huhn 0,3 - 0,6 mg
Reis 0,1 - 0,4 mg
Erdnüsse 0,4 mg
Cerealien, Spinat, Kartoffeln je 0,3 mg
Broccoli, Mais je 0,2 mg


Vitamin B12, Cobolamin im Hundefutter

Vitamin B12 bezeichnet man auch als Cobolamin / Kobolamin. Es findet sich in fast allen Körperzellen und ist beteiligt an der Bildung von roten Blutzellen, sowie am Stoffwechsel von Eiweissen. Hier steht es in enger Verbindung mit der Folsäure beim Ab- bzw. Umbau von Aminosäuren.

Unser Hund kann Vitamin B12 auch über die Darmwand wieder verwerten, damit meint man das überflüssiges Cobolamine erst mit der Gallenflüssigkeit aus dem Darm heraus transportiert werden, um dann wieder mit Aminosäuren zu verschmelzen und so den Dünndarm erneut durchwandern und genutzt werden können.

Cobolamin wird über die Nahrung aufgenommen erst einmal im Magen freigesetzt und an ein sogenanntes Rezeptorprotein gebunden. Im Dünndarm werden dann durch die Pankreasenzyme diese Verbindungen wieder aufgespalten, so dass freies Cobalamin entsteht, das wieder mit dem Intrinsic Faktor ( = aus Drüsenzellen gebildete Glykoproteine ) reagieren kann und somit wie oben beschrieben wieder verwertet werden kann.
Aus diesem Zusammenhang ergibt sich manchmal eine Mangelversorgung an Cobolamin, wenn diese Mechanismen gestört sind, durch z.b. Magen-, Bauchspeicheldrüsen- oder Ileumerkrankungen. Auch bakterielle Entzündungen des Dünndarms können die notwendigen Trägerstoffe beeinflussen und vermehrt abbauen.

Der Bedarf an Vitamin B12 wird mit 0,5mcg pro kg Körpergewicht angegeben. Aus oben genannten Gründen kann der Bedarf natürlich schwanken bzw. erhöht sein oder sich daraus auch ein Mangel an Cobolamin ergeben, bei längerfristiger Unterversorgung. Dieser äussert sich in Störungen des Nervensystems, in Anämien und einem erhöhten Fettgehalt in der Leber.

Über die Folgen einer Überdosierung konnte ich leider nichts in Erfahrung bringen, darum scheint dies doch sehr selten aufzutreten. Reichhaltig an Vitamin B12 sind alle Quellen tierischen Ursprungs, wie z.b. Niere, Herz und Leber, aber auch Milchprodukte, Eier und Fisch und Algen. Ein paar Nahrungsmittel, die relativ viel Vitamin B12 enthalten pro 100g rohem Bestandteil:

Kalb- und Rinderleber 70 bis 80 mcg
Rindernieren 30 mcg
Hering 14 mcg
Forelle 5 mcg
Rindfleisch 2 - 3 mcg
Eier 2,5 mcg
Käse 1,6 - 2,5mcg
Milch 1,5 mcg


Vitamin BC = Folsäure:

Vitamin BC ist viel bekannter unter der Bezeichnung Folsäure. Folsäure wiederum wird auch als Pteroglutaminsäure bezeichnet und ist mit ihren ca. 100 weiteren chemisch, verwandten Stoffen ( = Folate ) wasserlöslich. Folsäure und Folate werden in der Zelle in Tetrahydrofolsäure umgewandelt, welches die eigentlich aktive Form des Vitamins darstellt.

Folsäure ist wichtig für die Zellerneuerung, sie wirkt bei der Zellteilung, Zellbildung und Zelldifferenzierung mit. Daneben wird Folsäure für den DNA - Stoffwechsel gebraucht und unterstützt den Abbau von schwefelhaltigen Aminosäuren aus dem Organismus und schützt somit das Herz- Kreislauf- System.

Folsäure kann unser Hund im Darm selber herstellen, dies geschieht durch Mikroorganismen, die je nach Konzentration die Produktionsmenge beeinflussen. Folsäure, die wir dem Hund über das Futter zuführen, muss erst einmal im Darm zerlegt und freigesetzt werden. Dies geschieht im oberen Teil des Dünndarms, kommt es in diesem Bereich zu Verletzungen, wird auch der Folatgehalt im Blut beeinträchtigt.

Der Bedarf an Folsäure wird mit 22mcg pro kg Körpergewicht angegeben. Während der Trächtigkeit, Laktation und im Wachstum ist der Bedarf erhöht. Ansonsten findet man einen Mangel an Folsäure bei unserem Hund äusserst selten, da er wie schon gesagt, Folsäure selber bilden kann. Stellt sich ein Mangel z.b. bei trächtigen Hündinnen ein, wird er meist sehr spät bemerkt, meist nur im Zusammenhang mit der Neubildung von Zellgewebe, also z.b. bei der Wundheilung oder bei Schleimhautverletzungen. Auch kann die Hündin weniger Appetit und geringere Gewichtszunahme zeigen. Daneben findet sich eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen und eine verzögerte Antikörperbildung.

Ein Überschuss wurde nirgends beschrieben und scheint unwahrscheinlich, da ein Zuviel an Folsäure ausgeschieden wird.
Reichhaltig an Folsäure sind z.b. alle grünen Blattgemüsesorten, Rote Beete, Leber und Milchprodukte. Ein paar Nahrungsmittel, die relativ viel Folsäure enthalten pro 100g rohem Bestandteil:

Weizenkeime 304 mcg
Rinderleber 250 mcg
Rote Beete 75 mcg
Spargel 73 mcg
Eigelb 70 mcg
Broccoli 60 mcg
Blattspinat 56 mcg


Vitamin H = Biotin:

Vitamin H oder auch als Biotin bekannt, zählt auch zur Vitamin B- Reihe und wurde früher als Vitamin B7 bezeichnet. Man findet es in zahlreichen Enzymen, wo es wichtig für den Stoffwechsel der Eiweisse, Fette und Kohlenhydrate ist. Darüber hinaus unterstützt es die Keratinbildung und ist somit wichtig für das Fell unseres Hundes.

Man konnte mittlerweile beweisen, dass ein Biotinmangel häufig im Zusammenhang mit Schuppen, Juckreiz, Ekzemen und Haarausfall zu sehen ist. Durch Zugabe von Biotin besserte sich in vielen Fällen, wenn nicht noch andere Faktoren einen Einfluss hatten, das Haarkleid der betroffenen Hunde wieder. Ein Mangel an Biotin während der Trächtigkeit kann das Ungeborene beeinflussen, man konnte Lungenödeme und späteres Öffnen der Augenlider beobachten, weshalb die Biotinzufuhr während der Trächtigkeit einen wichtigen Faktor besitzt.

Mangelerscheinungen kommen aber äusserst selten vor, da in den meisten Nahrungsmitteln ausreichend Biotin vorhanden ist. Hier möchte ich noch kurz auf das Thema "rohes Ei" eingehen, da hier viel Unsicherheit besteht. Also, in rohen Eiern ist neben reichlich Biotin auch ein Stoff namens Avidin ( = ein Glykoprotein ), der sich im Eiklar befindet. Dieser ist in der Lage im Darmkanal unseres Hundes eine nicht lösliche Verbindung mit dem Biotin einzugehen und somit das Biotin unverwertbar zu machen. Nicht aber die anderen Vitamine, die ein rohes Ei auch enthält, wie Vitamin A, K, B2 und Folsäure. Lt. Ernährungsspezialisten schadet ein rohes Ei ab und an überhaupt nicht, nur der übermässige Verzehr sollte vermieden werden und als Biotinlieferant scheiden rohe Eier aus. Gekochte Eier dagegen sind ok, denn darin ist das Avidin durch die Hitze zerstört, nicht aber das Biotin, welches relativ hitzebeständig ist. Die Behauptungen mancher, dass sich im Ei mehr Biotin befindet, als Avidin binden könnte, kann man leider nirgendwo nachvollziehen: da ein Ei ca. 12,5 mcg Biotin enthält, die in einem Ei befindliche Menge an Avidin (ca.2 mg) aber ca. 20 mcg Biotin unnutzbar machen kann. Also wieder eine Glaubensentscheidung ;-))

Der Bedarf an Biotin wird mit 2mcg pro kg Körpergewicht angegeben. Reichhaltig an Biotin sind Nahrungsmittel wie z.b. rohes Eigelb, gekochte Eier, Milch, Milchprodukte, Sojabohnen, Hefe, Niere und Leber. Ein paar Nahrungsmittel, die relativ viel Biotin enthalten pro 100g rohem Bestandteil:

Kalbsniere 100 mcg
Kalbsleber 75 mcg
Sojabohnen 60 mcg
Weizenkleie 44 mcg
Walnüsse 37 mcg
Weizenkeime 36 mcg
Erdnüsse 34 mcg
Haferflocken 20 mcg
Ei ca. 12 mcg

Biotin ist allerdings unterschiedlich in der Nutzbarkeit für unseren Hund: Biotin in Getreide ist für den Hund schlechter verwertbar, als Biotin in tierischen Produkten.
Ein Übermass an Biotin wurde noch nicht festgestellt beim Hund bzw. konnte ich darüber keinerlei Information finden.



Vitamin C

Vitamin C wird auch als Ascorbinsäure bezeichnet und zählt zu den wasserlöslichen Vitaminen. Vitamin C hat im Hundeorganismus vielfältige Aufgaben: es unterstützt den Bindegewebs- Stoffwechsel, vor allen Dingen die Kollagensynthese. Kollagen ist ein Faserbestandteil von Haut, Knochen, Sehnen, Knorpel, Blutgefässen und Zähnen. Daneben verbessert Vitamin C die Aufnahme von pflanzlichem Eisen aus dem Dünndarm, unterstützt den Abbau und die Entfernung aus dem Organismus von Schwermetallen und stärkt das Immunsystem, durch Stimulierung der körpereigenen Abwehrkräfte.

Durch seinen Mechanismus organische Verbindungen vor Oxidation durch Luftsauerstoff zu schützen, findet es in der Futtermittelindustrie Verwendung als Antioxidant. Vitamin C wird gern als natürliches Antioxidant eingesetzt, welches im Körper die Zellen vor Mutation und Angriff schützt ( = Immunabwehr ). In der Futtermittelindustrie setzt man es als natürliches Konservierungsmittel ein, weil es die Fette vor Oxidation schützt und wird dort als Zusatzstoff unter der Bezeichnung E300 angegeben. Weitere Vitamin C Verbindungen, die man als Zusatzstoffe finden kann, sind: E301, E302, E304 und E316.

Vitamin C kann vom Hund in der Leber synthetisiert werden und muss also nicht zugefüttert werden. Hier sind die Gelehrten sich wieder nicht einig: es gibt Meinungen, dass die Eigensynthese des Hundes an Vitamin C nicht ausreichend ist, anderseits ist aber im Gespräch, dass durch eine dauerhafte Versorgung von aussen die Eigensynthese verloren geht und es dann in Zeiten von erhöhtem Bedarf zu Mangelerscheinungen kommen kann. Darüber hinaus wird angenommen, dass die Oxalsteinbildung gefördert wird, wenn Vitamin C längerfristig und hochdosiert verabreicht wird. Oxalsäurehaltige Nahrungsmittel wie z.b. Spinat, Sellerie, roten Rüben und Rhabarber stehen aber eher selten auf dem Speiseplan des Hundes, weshalb man diese Aussagen eigentlich ignorieren kann. Ein Überschuss an Oxalsäure und Calcium führt zur Oxalsteinbildung, dies geschieht aber nicht bei minimaler Oxalsäurezufuhr, also wenn Dein Hund mal ab und an rote Rüben knabbert, musst Du Dir nicht gleich Sorgen machen, da ein gesunder Hund dies gut abbauen kann und einfach ausscheidet. Wohl beachtet werden, muss die Neigung zu Oxalsteinbildung aber bei einem Hund, der schon eine Nierenerkrankung zeigt, da hier die Gefahr erhöht ist.

Bei Lebererkrankungen, grösseren operativen Eingriffen, schweren Verbrennungen, fieberhaften Erkrankungen und Trächtigkeit, Laktation und Wachstum kann eine zusätzliche, vorrübergehende Versorgung mit Vitamin C durchaus sinnvoll sein.
Vitamin C wird oral nur zum Teil aufgenommen, steigt der Blutspiegel über den Normalwert an, wird dies dann über die Niere ausgeschieden. Ca. 80% des oral aufgenommenen Vitamin C wird ohne Verwertung wieder ausgeschieden. Darum wird von manchen empfohlen Vitamin C in Form von Ester- C zu verabreichen, dies soll dem beim Stoffwechsel von Vitamin C entstehenden Stoffen ähnlicher sein und so schon vorbereitet in den Organismus gelangen. Ester- C soll doppelt so schnell aufgenommen werden und doppelt so langsam abgebaut werden, darum erreicht Ester- C einen höheren Anteil an Verwertbarkeit über die orale Aufnahme.

Vitamin C findet sich als natürliche Vorkommen in Nahrungsmitteln wie z.b. Leber, Blut, Hagebutten, Johannisbeeren, Kiwis, Zitrone, Paprika und Tomaten. Bei verschiedenen diese Nahrungsmittel ist aus anderen Gründen wie Solaningehalt Vorsicht angesagt, dazu aber an anderer Stelle mehr. Ein paar Nahrungsmittel, die relativ viel Vitamin C enthalten pro 100g rohem Bestandteil:

Sanddorn 450 mg
Schwarze Johannisbeere 180 mg
Petersilie 160 mg
Paprika 139 mg
Broccoli 110 mg
Kiwi 80 mg
Zitrone 53 mg

Abschliessend möchte ich noch darauf eingehen, dass manche argumentieren, dass man Vitamin C haltiges Obst nicht an Hunde verfüttern soll, wegen der Studien zum Vitamin C-gehalt im Futter und dem Zusammenhang einer Magendrehung. Nun hier sollte der gesunde Menschenverstand einem schon zeigen, dass natürlich vorkommendes Vitamin C wie in vielen Obstsorten (z.b. ein Apfel mit 5mg Vitamin C) so gering ist, dass wenn man bedenkt wie wenig oral davon verwertet wird, wohl kaum ein grosser Einfluss auf den Organismus des Hundes zu vermuten ist.
Da diese Studien im Bezug auf eine Magendrehung beim Hund, lt. der ein 4,2- faches Risiko besteht, wenn das Futter Ascorbinsäure enthält und zudem vor dem Füttern angefeuchtet wird, als Vorwand für diese Aussage genutzt wird, muss man dann wohl eher darüber nachdenken, wenn man nur Fertigfutter füttert: ein Apfel z.b. in der Rohfütterung macht nur einen geringen Anteil der Gesamtration aus, ausserdem bekommt ein rohgefütterter Hund diesen nicht jeden Tag. Dagegen kann man davon ausgehen, dass wenn man Fertigfutter mit Ascorbinsäure füttert, diese dann jeden Tag in der Ration ist und somit immer in gleicher Menge (in vielen Trockenfuttern zu 50mg/kg).



Cholin:

Cholin zählt im weitesten Sinne auch zu den Vitaminen, auch wenn es eigentlich ein Aminoalkohol ist, also ein Stoff welcher beim Stoffwechsel von Aminosäuren entsteht.
Unser Hund kann Cholin bei ausreichender Fütterung mit Aminosäuren selber bilden; wichtig in erster Linie sind die Aminosäuren Methionin und Lysin. Als Bestandteil von Lecithin, Acetylcholin und Spingomyelin ist Cholin auch im gesamten Körper zu finden und damit auch wichtig für den Fettstoffwechsel und die Membranen der Zellwände.

Cholin wird im Gehirn und den Nerven zu Acetylcholin umgewandelt. Da Acetylcholin einer der wichtigtes Neurotransmitter für Verhalten und Gefühle im Gehirn ist, steuert es im weitesten Sinne also auch das Verhalten unseres Hundes. Daneben ist die Eigenschaft des Cholins nicht zu unterschätzen, die die Enzymvorgänge in der Leber unterstützt. Hierbei wird das Blut entgiftet und somit hilft Cholin auch bei der Entgiftung und Ausscheidung von Chemikalien aus der Umwelt.

Im Wachstum kann es schon mal zu Cholinmangel kommen, bedingt durch das schnelle Wachstum, wenn noch zusätzlich ein Vitamin B12 Mangel und hoher Fettgehalt im Futter zu finden ist. Ansonsten findet man kaum Hinweise auf Cholinmangelerscheinungen, da Cholin in den Nahrung der Hunde ausreichend vorkommt. Auch von einem Übermass konnte ich nichts aussagekräftiges finden.

Der Bedarf von Cholin wird mit 26mg pro kg Körpergewicht angegeben. Reich an Cholin sind Herz, Hirn, Leber, Eigelb, Weizenkeime und grüne Blattgemüse. Allerdings kann Cholin durch extreme Hitze, wie z.b. Kochen zerstört werden.
In der Futtermittelindustrie findet Cholin auch Einsatz als Emulgator zur Stabilisierung verschiedener Futterbestandteile.

Ein paar Nahrungsmittel, die relativ viel Cholin enthalten pro 100g rohem Bestandteil:
Rinderleber 520 mg
Hühnerei 270 mg
Erdnüsse 95 mg
Rindfleisch mager 66 mg
Eisbergsalat 31 mg
Vollmilch ml 3 mg



Infos zum Thema:
Wie Du bemerkt haben wirst, bin ich bei Studien immer sehr zurückhaltend, denn zum Einen muss man dabei bedenken, wer sie in Auftrag gegeben hat und zum Anderen, wie manche durchgeführt wurden. Eine reine Studie im Internet z.b., wo jeder angeben kann, was er gerade mag, kann meines Erachtens nicht besonders aussagekräftig sein. STOP: dies ist aber nur meine Meinung dazu!!!