Hundohneleine: Infos zum Hund


no

Wie verständigen wir uns mit unserem Hund?

Wie ich schon mal erwähnte, ist es auch wichtig dass Du Dir die Mühe machst, Deinen Hund in seiner Ausdrucksweise zu verstehen. Wie wir ja wissen, ist der Urvater unserer Hunde der Wolf, auch von einem kleinen Dackel, wenn Du es Dir vielleicht auch nur schwer vorstellen kannst.

Dein Hund hat vieles vom Wolf beibehalten, seine Stimmungen kann man sehr oft an der Körpersprache ablesen. Ein Hund, der freudig wedelnd an Dir hochspringt, ist meist nicht aggressiv, ein Hund der knurrend, mit aufgestelltem Nackenfell und steifem Gang auf uns zukommt, meint es dagegen vermutlich nicht so freundlich.

Ein Wolfsrudel muss sich aufgrund seiner relativ, grossen Mitgliederzahl untereinander verständigen können, auch gibt es eine genau festgelegte Rangordnung innerhalb des Rudels. Das ranghöchste Paar leitet das Rudel, aber die anderen sind an der Aufzucht und Erziehung der Welpen beteiligt. Jeder hat seine Aufgaben, die aber auch untereinander ausgewechselt werden. Ist das Anführerpäärchen auf der Jagd wird ein rangniedrigeres Tier den Ranghöchsten vertreten und das Rudel vorübergehend leiten. Ihm überlässt der Anführer auch einige seiner Aufgabenbereiche, um sich so einen erfahrenen Rudelführer nachzuerziehen oder um kritische Situationen meistern zu können. Nach aussen hin leitet immer ein Rüde das Rudel, doch eigentlich ist die Hündin die Zentralfigur. Sie bestimmt den Ablauf im Rudel und kann auch mehrere Rüden überleben.

In einem Rudel leben immer mehrere Generationen zusammen. Es wird auch nicht ständig um irgendwelche Rangplätze gestritten oder jede Nachlässigkeit des Anführers ausgenutzt, den Rang zu erhöhen. Nein, die Fronten sind meist klar gesteckt und die Gemeinschaft lebt in einer Familienbande zusammen. Ab einem gewissen Alter wandern Jungtiere ab, die erkennen das sie ihren Rang in dieser Familienbande nicht erhöhen können. Andere dagegen bleiben im Familienverband, da sie sich gut und willig eingliedern können und für sie die Vorteile der Gruppe überwiegen.

Wer so gut organisiert zusammenleben will und noch dazu in der Wildnis überleben will, braucht eine Reihe von Kommunikationseigenschaften. In erster Linie sind das optische Signale, denn Wildtiere müssen sich leise verhalten. Auch Dein Wusel hört sehr gut, daher brauchst Du auch nicht zu schreien. Er lernt mit der Zeit höchstens, dass Du es nur ernst meinst, wenn Du ihn anschreist... ansonsten fühlt er sich dann eben nicht angesprochen.

Socke

Zu diesen optischen Signalen gehören eben die Bewegungen und Haltungen der Rute und der Ohren, das Aufstellen der Nacken- und Rückenhaare. Da wir aber nun nicht in der Lage sind, die Nackenhaare aufzustellen - zumindest nicht so dass man es sieht ;-) - müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen.

Hierzu gehört das wir vermehrt mit den verschiedenen Stimmlagen arbeiten und dies mit Gesten unterstützen. Dazu aber später mehr. Erst einmal möchte ich versuchen ein paar der Ausdrucksweisen Deines Hundes aufzuführen und Dir zu erklären, was sie bedeuten sollen. Wobei der Hund diese körperlichen Signale mehr bei Begegnungen mit anderen Hunden einsetzt und bei uns Menschen mehr seine Stimmungen durch Lautäusserungen wie Bellen, Knurren, Fiepsen, Heulen bis hin zum ohrenbetäubenden Geschrei zeigt.

Ich möchte hierbei anmerken, dass diese bei fremden Hunden nur im Zusammenhang zwischen Lautäusserung und Körpersignalen zu erkennen sind:

  • der Hund bellt uns an und wedelt dabei mit der Rute:
    ein Zeichen von freudiger Erwartung z.B. auf einen Spaziergang oder auch als Begrüssung
  • der Hund bellt uns an, hält aber die Rute dabei steif:
    er warnt uns nicht näher zukommen
  • der Hund hält seine Rute steif und gerade nach hinten , er sträubt dabei sein Fell und bellt nicht mehr, sondern er knurrt: (je stärker das Fell gesträubt ist, desto stärker die Drohung)
    nun kann er jederzeit angreifen
  • der Hund sträubt sein Fell auf dem Rücken und stellt die Ohren auf ohne zu Bellen oder zu Knurren:
    dies macht er aus Unsicherheit oder wenn er etwas Neues, nicht Einzuordnendes entdeckt, bevor er bellt oder knurrt
  • der Hund sträubt sein Fell vor dem Rutenansatz ohne Beteiligung der Ohren und ohne zu bellen oder zu knurren:
    er hat etwas entdeckt, was ihn stört
  • der Hund stellt seine Ohren aufrecht (auch bei Hängeohren ;-) man sieht es an den Ohrwurzeln):
    er ist aufmerksam, selbstbewusst und wachsam
  • der Hund dreht die Ohren seitwärts:
    nun ist er stimmungsmässig sehr angespannt
  • der Hund legt die seitwärts gedrehten Ohren an:
    ein Zeichen für seine Artgenossen, daß Bedrohung signalisiert
  • der Hund legt die Ohren gerade zurück:
    dies ist ein Zeichen von Unsicherheit
  • der Hund trägt seine Rute immer hochgereckt:
    dies kann ein Zeichen von Selbstbewusstsein sein, aber auch ein Zeichen von Unsicherheit, das durch ein Markieren von Stärke überspielt werden soll
  • der Hund kneift die Rute ein:
    hier zeigt er Unsicherheit und Ängstlichkeit (Ausnahme: einige Windhunderassen, hier ist die Rutenhaltung züchterisch gewollt)
  • der Hund zeigt uns seine Zähne indem er die Leftzen hochzieht, die Nasenpartie kräuselt und seine Stirn runzelt:
    dies ist ein Zeichen von Angriff, vor allen Dingen wenn sich gleichzeitig sein Fell sträubt
  • der Hund zieht seine Leftzen zurück, die Mundwinkel nach oben, öffnet dabei etwas seinen Fang und stellt die Ohren auf:
    jetzt zeigt er uns sein Spielgesicht
  • geht er dabei nun auch noch vorne herunter wie bei einer Verbeugung und springt einen Satz auf uns zu und gleich wieder zurück:
    so heisst das: komm los, spiel mit mir

Das sind bei Weitem noch lange nicht alle Ausdrucksweisen des Hundes, aber zumindest zeigt es uns, auf welch verschiedene Arten schon alleine die Rutenhaltung hinweist.



Um die Ausdrucksweisen seines Hundes besser kennenzulernen, ist es immer spannend, Hunde unter sich zu beobachten. Man bekommt mit der Zeit auch ein Gespür dafür und lernt manches auch als Mensch zu nutzen. Also keine Bange falls Du manches nicht direkt erkennst. Das kommt mit der Zeit von alleine, wenn Du Dich auf Deinen Hund als Hund einlässt und ihn nicht als Mensch siehst.