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Anatomie unserer Hunde

Das Verdauungssystem unseres Hundes

Unsere Hunde werden zu den carnivoren Tieren gezählt, was soviel bedeutet, wie das unsere Hunde fleischfressende Tiere sind. Aber sie verzehren nicht nur das rohe Fleisch ihrer Beutetiere, sondern auch deren Darminhalt und deren Exkremente. Daneben ernähren sie sich in Notzeiten auch von pflanzlicher Nahrung oder den rohen oder gekochten, oft auch verfaulten Abfällen der Menschen.

In erster Linie ist das Verdauungssystem unseres Hundes also auf Fleisch ausgelegt, aber er kann durchaus auch pflanzliche Nahrung verwerten! Aber unser Hund, als überwiegender Fleischfresser, hat einen deutlich kürzeren Darm, als reine Pflanzenfresser. Nun zum Verdauungstrakt unseres Hundes:
Die Aufgabe des Verdauungssystems liegt darin die Nahrung aufzunehmen, zu zerkleinern und umzuwandeln, so dass sie für den Hundeorganismus verwertbar wird und somit resorbiert werden kann. Unter Resorption versteht man die Aufnahme der einzelnen Stoffe in den Organismus, also in das Blut oder auch die Lymphe.
Hierzu muss die aufgenommene Nahrung im Maul mehr oder weniger zerkleinert werden, mit Speichel umhüllt werden und im Magen mit den sogenannten Verdauungssäften vermischt werden. Es entsteht eine Art Brei, die auf dem Weg durch den Verdauunsgtrakt aufgespalten, umgeformt und resorbiert wird. Was der Hund nicht verwerten kann, scheidet er als unverdaute Futterreste wieder aus.

Zum Verdauungssystem gehören, in der Reihenfolge wie die Nahrung den Hund passiert, Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm und After. Dazu zählen dann auch noch die Drüsen, die die Verdauungssekrete abgeben: Speicheldrüsen, Leber und Bauchspeicheldrüse.
Der Mundraum, auch Mund- oder Maulhöhle genannt, ist der Start des Verdauungstraktes. Hiermit nimmt der Hund seine Nahrung, nach Geschmacks- und Geruchsprüfung auf. Dabei wird die Nahrung mit Hilfe der Zähne kurz zerkleinert, mit Speichel vermischt, um sie gleitfähiger zu machen und dann mit der Zunge nach hinten geschoben, damit die Nahrung verschluckt werden kann.
In der Mundhöhle befinden sich auch die Speicheldrüsen: die Ohrspeicheldrüse, welche wie ihr Name schon vermuten lässt, in der Nähe der Ohren zu finden ist, also unterhalb der Ohren. Die Unterkieferspeicheldrüse finden wir im Bereich der Kieferwinkel und die Unterzungendrüsen befinden sich seitlich der Zunge. Bei unserem Hund ist der Speichel nicht, wie bei uns Menschen, schon zur Vorverdauung gut, sondern dient lediglich der Befeuchtung und des besseren Transportes der Nahrungsstücke. Da unser Hund die Nahrung nicht so stark zerkleinert, wie wir, müssen die relativ grossen Brocken gleitfähig sein, um leichter durch die Speiseröhre rutschen zu können. Der Speichelfluss kommt schon zustande, wenn der Hund Futter wahrnimmt.

Schluckt unser Hund nun das Futter, gelangt es zunächst in den Rachen. Durch diese Berührung des Futters mit der Rachenschleimhaut, wird ein Reflex ausgelöst, der das Verschliessen von Nasenraum und Kehlkopf hervorruft, so dass das Futter nicht in die Luftröhre gelangt. Das Futter gelangt so über den Rachen durch Kontraktion der Rachenmuskulatur in die Speiseröhre.
Die Speiseröhre kann man sich als muskulösen Schlauch vorstellen, der in den Magen führt und somit Rachen und Magen verbindet. Sie ist innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet, was den Transport erleichtert. Durch die in der Speiseröhre eintreffende Nahrung werden die Muskeln des Schlauches zur Kontraktion angeregt und befördern so die Nahrung Richtung Magen. Dies bezeichnet man auch als Peristaltik ( = Muskeltätigkeit von Hohlorganen, zusammeziehen und erschlaffen ).

Der Magen unseres Hundes ist relativ gross im Vergleich zur Körpermasse. Bei grossen Hunden allerdings wiederum geringer im Verhältnis, als bei kleineren Hunden. Der Magen ist ein sackartiges Gebilde, welches sich bei Bedarf ausdehnen kann, um die Nahrung aufzunehmen. Der Magen liegt hinter den Rippen geschützt und ist von aussen durch das sogenannte Bauchfell abgedeckt. Im Inneren des Magens befindet sich eine in Falten gelegte Schleimhaut, in der auch die Drüsen zu finden sind. Neben verschiedenen anderen Drüsen, sind die Hauptmagensaftdrüsen ( ich nenn sie jetzt einfach mal so ) die Hauptzellen, Beleg- und Nebenzellen. Die Hauptzellen produzieren Pepsinogen und Kathepepsinogen ( Vorstufen der Enzyme Pepsin und Kathepesin, welche die Einweissverdauung einleiten ), die Belegzellen produzieren die Salzsäure, die dem Magen das saure Mileu gibt (ph-Wert ca. 1,5) und die Nebenzellen produzieren einen Schleim, damit die Magenschleimhaut nicht selbt verdaut wird. Durch die Salzsäure werden die Vorstufen Pepsinogen und Kathepepsinogen aktiviert, d.h. die Aminosäuren werden abgespalten und es entstehen die aktiven Enzyme Pepsin und Kathepepsin. Würde das Pepsin direkt aktiv vorliegen, würde es die zelleigenen Bestandteile verdauen, darum liegt es in den Zellen erstmal nur als Vorstufe vor.
Der saure Mageninhalt schützt auch den nachfolgenden Darmbereich vor dem Eindringen von Mikroorganismen, da diese meist im sauren Mileu nicht überleben können. Wichtig ist vielleicht noch zu wissen, dass bei unserem Hund die Produktion der Salzsäure nicht ständig erfolgt, also bei leerem Magen zum Stillstand kommt. Ausgelöst wird die Produktion erst wieder durch den Schlüsselreiz: Protein. Im Magen findet eigentlich kaum Verdauung statt, die geschieht erst, wenn der Nahrungsbrei den Magen durch den Pförtnermuskel verlässt und in den Zwölffingerdarm gelangt.

Der Zwolffingerdarm ist ein Teil des Dünndarms, daneben zählen noch Leerdarm und Krummdarm (auch Hüftdarm genannt) dazu. Der gesamte Dünndarm ist so aufgebaut, dass eine Oberflächenvergrösserung erzielt wird. Dies entsteht durch Schleimhautfalten auf denen sich sogenannte Zotten befinden, die wie kleine Finger in den Darm hineinragen. Auf diesen Zotten befinden sich wiederum Ausstülpungen, die die Oberfläche weiterhin vergrössern und Mikrovilli genannt werden. Diese grosse Oberfläche dient der Resorption der Nahrungsbestandteile.
Der Nahrungsbrei, der in kleinen Portionen, in den Dünndarm gelangt, wird durch Verdauungssäfte mit denen der Dünndarmschleimhaut, Galle und Bauchspeicheldrüse gemischt und dies spaltet so Eiweiss, Fette und Kohlenhydrate auf. Durch die Dünndarmschleimhaut können diese winzig aufgespaltenen Bestandteile dann in das Blut oder die Lymphe gelangen.
Der Zwölffingerdarm ist der erste Teil des Dünndarms nach dem Magen. Hier findet nun der grösste Teil der Verdauung statt. Im Dünndarm muss ein alkalisches Milieu vorliegen, damit die Enzyme arbeiten können. Darum muss der saure Mageninhalt im Dünndarm neutralisiert werden. Dies geschieht durch Bicarbonat, welches von der Bauchspeicheldrüse produziert wird.
Der zweite Teil der an den Zwölffingerdarm angrenzt, der sogenannte Leerdarm, ist der längste Teil des Dünndarms und dient in erster Linie der Resorption der Nährstoffe. Im Anschluss erreicht die Nahrung das letzte Teilstück des Dünndarms, den Krummdarm. Dieser ist relativ kurz und ist der Übergang zum Dickdarm.

Auch der Dickdarm besteht wieder aus drei Teilen: Blinddarm, Grimmdarm und Mastdarm; ist aber nicht wie der Dünndarm mit Falten ausgekleidet. Im Dickdarm werden vorhandenes Wasser und die Elektrolyte ( Salze ) resobiert und somit der Nahrungsbrei eingedickt und zu Kot geformt. Auch werden in den Dickdarm sogenannte Abfallprodukte des Zellstoffwechsels abgegeben, hier werden unter anderem aber auch Vitamin B und K synthetisiert und aufgenommen.
Der Blinddarm ist mit dem bei uns Menschen nicht zu vergleichen: er ist bei unserem Hund sehr klein, auch fehlt der sogenannte Wurmfortsatz. Der letzte Teil des Dickdarms ist der Mastdarm, welcher mit Zellen versehen ist, die einen Schleim abgeben. Dabei werden die Exkremente mit einer dicken Schleimschicht überzogen, um so leichter über den After ausgeschieden werden zu können. Erreicht die angesammelte Menge im Dickdarm ein bestimmtes Volumen werden die Muskeln des Afters zur Entleerung geöffnet.
Der After besteht aus einem inneren und einem äusseren Schliessmuskel. Der innere Muskel wird unwillkürlich gesteuert, der Äussere dagegen wird willkürlich, also über den Willen, gesteuert. Am After befinden sich bei unserem Hund auch die Analbeutel, welche während des Entleerens ein Sekret abgeben. Dieses Sekret dient einmal der Befeuchtung und damit dem leichteren Hindurchgleiten des Kots, aber auch gleichzeitig als Erkennungsmerkmal (z.b. als Markierung des Revieres).
Die Konsistenz des Kotes liegt an der Geschwindigkeit mit der er den Dickdarm passiert: zu langsam führt zu vermehrtem Wasserentzug, der Kot dickt ein und kann nur schwer abgesetzt werden oder zu schnell führt zu Durchfall, da dem Kot nicht genügend Wasser entzogen werden kann. Hier spielt die Ernährung eine wesentliche Rolle.

Noch kurz etwas zur Leber: Die Leber besteht aus rötlichbraunem Gewebe, welches als Lappen gegliedert ist. Unser Hund hat vier Leberlappen. Im zentralen Leberlappen findet man auch die Gallenblase. Die Galle kann man auch als das Sekret der Leber bezeichnen. Die Gallenflüssigkeit wird jederzeit gebildet und in der Gallenblase gespeichert. Sie wird dann bei Bedarf vermehrt freigesetzt und dient unter anderem zur Alkalisierung des Nahrungsbreis, zur Aktivierung der Bauchspeicheldrüsen - Enzyme und zur Lösung von Fetten.
Die Leber hat wichtige Funktionen im Stoffwechsel des gesamten Organismus:

  • Eiweiss - Stoffwechsel: fast 95% der Eiweisse werden hier aus Aminosäuren hergestellt. Beim Abbau der Proteine entstehen Harnstoff und Harnsäure, welche ausgeschieden werden können, so wie sie sind.
  • Kohlenhydrat - Stoffwechsel: Kohlenhydrate werden hier in Form von Glykogen gespeichert und bei Bedarf dem Körper als Glucose zugefügt
  • Fett - Stoffwechsel: Aufbau von körpereigenem Fett und Um- und Abbau der Fettsäuren
  • Gallenproduktion: erfolgt durch den Abbau von Erythrozyten ( rote Blutkörperchen ) und Fetten
  • Entgiftung: körperfremde Stoffe wie zum Beispiel Arzneimittel oder auch verschiedene Stoffwechselendprodukte werden hier so umgebaut, dass sie ausgeschieden werden können
  • Speicherfunktion: für fettlösliche Vitamine (A, D, E und K), Eisen, Glykogen und noch viele andere Spurenelemente

Noch anzumerken wäre, dass im Darmbereich eine grosse Anzahl von verschiedenen Bakterien anzutreffen ist, dies bezeichent man auch als Darmflora. Diese Darmflora ist wichtig für eine intakte Darmfunktion und dient neben der Unterstützung der Verdauung auch der Immunabwehr. Ein Ungleichgewicht kann z.b. auch durch einseitige Ernährung oder durch die Gabe von Antibiotika entstehen.


Diese Erklärungen sind mit Sicherheit nicht besonders profimässig, aber ich denke man kann sich so einen kleinen Überblick verschaffen. Für Kritik oder Anregung in diesem Bereich bin ich aber immer offen.