Hundohneleine: Infos zum Hund


Krankheiten des Hundes:

Erkrankungen des Verdauungsapparates beim Hund:

Als Hundebesitzer sollte es uns nicht unangenehm sein, den Kot unseres Hundes hin und wieder prüfend anzusehen. Dieser kann uns grosse Auskunft über seine Gesundheit geben, z.b. ob unser Vierbeiner von Endoparasiten befallen ist.


Analbeutelentzündung bzw. Abszess

Fährt unser Hund häufiger Schlitten, soll heissen er rutscht auf seinem Hintern durch die Gegend, setzt sich plötzlich mit eingekniffener Rute hin, beleckt übermässig seinen Analbereich oder knabbert verstärkt an Hinterläufen oder Rute, sollten wir an eine Analbeutelverstopfung denken. Hierbei sind die Duftdrüsen im Analbereich in ihrer Entleerung gestört. Das in den Analdrüsen produzierte Sekret dickt ein. Dadurch entwickelt sich ein guter Nährboden für Krankheitserreger. Darum ist es wichtig die Analbeutel zu entleeren. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kommt es zunächst zu Infektionen und im weiteren Verlauf häufig zu einem Analbeutelabszess.

Im Normalfall werden die Drüsen bei jedem Kotabsatz entleert, da aber bei manchen Hunden von Geburt an eine Störung vorliegt, bei der das Sekret nicht ausreichend flüssig genug ist, dickt es häufiger ein. Oder aber wenn unser Hund längere Zeit Durchfall oder sehr weichen Stuhlgang hat, auch dann kann es dazu führen, dass die Drüsen nicht richtig entleert werden. Die Analdrüsen sollten vom Fachmann entleert werden, soll heissen: bitte nicht einfach selber herumdoktern. Hat Dein Hund häufiger Probleme mit den Analdrüsen kann man sich selbstverständlich zeigen lassen, wie man die Analbeutel massiert und somit ein Entleeren veranlasst.

Liegt eine Infektion vor, wird Dein Tierarzt die Analdrüsen entleeren und ein Mittel gegen die Infektion evtl. direkt in die Drüsen einträufeln. Diese Prozedur muss öfter erfolgen, bis sich die normale Entleerung wieder einstellt. Bei der Bildung eines Abszess muss dieser aufgeschnitten werden und bis zur entgültigen Abheilung regelmässig gespült werden. Je nach Schmerzlage wirst Du für Deinen Hund auch ein Schmerzmittel mitbekommen. Da diese Erkrankung durchaus sehr schmerzhaft sein kann, solltest Du mit einem Tierarztbesuch nicht zögern.

Durchfall = Diarrhoe:

Häufiges Absetzen von dünnbreiigem, manchmal sogar flüssigem Stuhl ist keine Krankheit, sondern ein Krankheitszeichen.
Wir müssen also nicht nur den Durchfall stoppen, sondern auch etwas gegen die Ursache unternehmen.
Die Ursachen können eine Infektion, ein Parasitenbefall, Haltungsfehler oder, nicht zu unterschätzen, ein Fütterungsfehler sein.

Eine Infektion wird meist durch Viren und Bakterien hervorgerufen, aber auch Pilze zählen hierzu. Zu den Parasiten zählen sämtliche Endoparasiten, wie Haken-, Spul- und Bandwürmer. Stress und Neurosen kommen aufgrund von Haltungsfehlern zustande und beim Füttern kann man eine ganze Menge falsch machen, was unser Vierbeiner denn mit Durchfall quittiert: zu kalt, zu heiss, zu viel, zu schnell, altes und verdorbenes Futter oder zu schnelle Futterumstellung.

Ist das Allgemeinbefinden Deines Hundes sonst ok, kannst Du versuchen ihn selber zu behandeln, indem Du einen Fastentag einlegst, also wo er nichts zu Futtern bekommt, aber Wasser soviel er will. Wenn Dein Hund es mag, ist ein Tee statt Wasser nicht verkehrt, z.b. Kamille, Schwarztee, Fenchel oder Heidelbeere sind gut geeignet. Ein bisschen Kochsalz in´s Wasser wirkt gegen den Elektrolytverlust, den er durch den Durchfall bekommen kann, wenn er sehr stark ist.

Durchfall kommt bei einem empfindlichen Hund schnell mal vor, muss also nicht immer unbedingt eine Erkrankung im Schlepptau haben. Manche Hunde reagieren schon auf eine zu radikale Futterumstellung, also von einem auf ein anderes Futter, man empfiehlt darum solch eine Umstellung in kleinen Schritten durchzuführen. Andere Hunde quittieren Stress und Aufregung mit Durchfall. Also wenn man seinen Hund kennt und sich sicher ist, kann man selber untertützend eingreifen, ansonsten bitte den Tierarzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen!
Du kennst Deinen Hund gut und bist Dir sicher, dann findest Du hier noch ein paar weitere Tipps zur Selbsthilfe: Durchfall beim Hund

Erbrechen:

Auch Erbechen ist keine eigenständige Erkrankung, sondern nur ein begleitendes Symptom einer Erkrankung. Erbrechen ist im Normalfall eine Selbstheilung des Körpers, der ungeniessbare oder schädliche Stoffe aus dem Körper bringen soll. Hunde fressen oft Gras um diesen Mechanismus auszulösen, gelegentliches Erbrechen ist darum auch nicht schlimm.

Erst wenn das Erbrechen nicht bald aufhört, sich Blut im Erbrochenen findet oder der Hund ständig versucht zu erbrechen und es klappt nicht, solltest Du schnellstens einen Tierarzt aufsuchen. Unterstützen kann man seinen Vierbeiner mit einer stündlichen Gabe von Ipecacuanha D6 und einem Fastentag. Aber wie gesagt, hält das Erbrechen an, kommt Fieber hinzu und das Allgemeinbefinden lässt nach, würde ich sofort zum Tierarzt mit meinem Hund fahren.
Erbrechen kann ein Zeichen für eine Gastritis, Fremdkörper im Magen oder Darm, Darmverschluss, Nierenerkrankung, Neurose, Leptospirose oder Vergiftung sein, um ein paar Beispiele aufzuzählen.

Fremdkörper:

Ein Fremdkörper im Magen oder Darm kann sehr gefährlich werden. Kommt es hierbei zu einem Darmverschluss, muss schnellstens der Tierarzt aufgesucht werden, der eine Notoperation machen und den Fremdkörper entfernen wird.

Typische Zeichen für einen Darmverschluss ist ein ständiges Erbrechen ohne Kotabsatz oder nur sehr geringem. Führt man zur Temperaturkontrolle ein Thermometer in den After an, klebt statt Kot glasiger und zäher Schleim daran.

Gastritis = Magenschleimhaut Entzündung:

Man spricht von einer akuten oder einer chronischen Gastritis, wobei ersteres in die chronische übergeht. Eine akute Gastritis zeigt sich in Durchfall und Erbrechen, Appetitlosigkeit und Teilnahmslosigkeit. Es kann auch Fieber hinzukommen. Das Erbrechen stellt sich meist nach der Futter- oder Wasseraufnahme ein. Oft fressen die Hunde viel Gras und gähnen. Krämpfe können auftreten, aber sind nicht immer deutlich zu erkennen.
Bei der chronischen Gastritis kommt es dann zu unregelmässigem Erbrechen, unterschiedlichem Appetit, schlechtem Allgemeinbefinden und Abmagerung. Zu der Magenschleimhautentzündung gesellt sich dann meist noch eine Enteritis = Darmschleimhautentzündung.

Die Ursachen für eine Gastritis können sehr vielschichtig sein, angefangen von Vergiftung, über eine Infektionskrankheit bis hin zu einem Fremdkörper im Magen. Häufig entsteht eine akute Gastritis durch Aufnahme von schmutzigem Wasser aus Pfützen oder Tümpeln, Schnee, gefrorenem Gras, verdorbenem Futter, zu kaltem oder zu heissem Futter, aber auch Würmer oder permanenter Stress können eine Gastritis auslösen.

Bei einer Gastritis ist die Zusammensetzung des Magensaftes gestört, entweder wird zuviel oder zuwenig Salzsäure produziert. Beides irritiert die Magenschleimhaut und sie reagiert mit einer Entzündung. Damit sich der Magensaft in seiner Zusammensetzung wieder normalisiert, kann man bei einer akuten Gastritis Nux vomica D6 und Pulsatilla D4 stündlich im Wechsel geben, bis zu einer Besserung.

Auf alle Fälle sollte aber vorher abgeklärt werden, woher die Entzündung kommt, denn wenn sie durch einen Fremdkörper im Magen hervorgerufen wurde, muss dieser natürlich zuerst durch unseren Tierarzt entfernt werden. Kommt die Reizung durch Parasiten müssen diese durch Wurmmittel entfernt werden oder Infektionen müssen mit Antibiotika bekämpft werden. Auch muss wie beim Durchfall die verlorene Flüssigkeit und die Elektrolyte wieder ersetzt werden. Man kann etwas gegen die Krämpfe unternehmen und auch gegen die Schmerzen, also im Zweifelsfall oder wenn das Erbrechen länger anhält, bitte zum Tierarzt.
Kommt eine Gastritis durch unverträgliches Futter muss man dieses natürlich langsam umstellen und wenn Stress die Ursache ist, muss man sich die Lebensumstände des Hundes anschauen und versuchen daran soviel zu ändern, daß unser Vierbeiner keinem unnötigem Stress mehr ausgesetzt ist.

Magenverdrehung = Torsio ventriculi:

Die Magenverdrehung ist garnicht so selten, wie immer gesagt, darum sollten wir wirklich darauf achten, das unser Hund nach dem Fressen nicht herumtobt. Denn ein durch starke Füllung belasteter Magen und heftiger Bewegungen wie Springen oder Herumwälzen wird für die Magenverdrehung verantwortlich gemacht. Genauso kann aber auch ein wenig gefüllter Magen bei gleichzeitiger Erschlaffung des Magens und Gasbildung eine Magenverdrehung hervorrufen. Durch die Drehung des Magens wird die Speiseröhre und die Milz mit ihren Blutgefäßen wie eine Spirale abgedreht. Dadurch kommt es dann zu einer schnellen, starken Aufgasung des Magens. Der Hundkörper nimmt eine tonnenförmige Aussehen an. Es kommt zu Kreislaufbeschwerden durch die abgeschnürten Blutgefässe und wird unserem Hund nicht schnellstens geholfen, wird er diese Erkrankung nicht überleben. Unser Tierarzt hat gute Möglichkeiten unserem Hund durch eine Operation zu helfen. Je früher, desto höher die Chancen.

Häufiger betroffen sind grössere Hunderassen und ältere Tiere. Als Voraussetzung scheint eine Gewebsschwäche der Aufhängebänder des Magens verantwortlich zu sein. Zu den Hunderassen zählen Hunde mit einem tiefen Brustkorb aufgrund ihrer Grösse, wie Bernhardiner, Doggen, deutscher Schäferhund, Setter, Dobermann usw. Vorbeugend kann man Calcium fluoratum D200 monatlich einmal geben, wenn man weiss, man hat einen Hund aus einer bedrohten Erblinie.

Perinealhernie - Rectumdivertikel:

Unter Perinealhernie versteht man den Bruch irgendwo im Gewebe der hinteren Beckenmuskulatur, welches den Darm und die Harnorgane von aussen stützt. So ein Bruch tritt häufig bei älteren unkastrierten Rüden auf. Teilweise wird das Gewebe durch männliche Geschlechtshormone weicher, beult aus und reisst irgendwann, teilweise werden auch häufige Durchfälle, frühere Blasenerkrankungen oder Prostataprobleme für diese Erkrankung verantwortlich gemacht.

Da dem Enddarm der entsprechende Halt von aussen fehlt, wird er sich in die Wölbungen/Risse hinein legen und Taschen bilden, in denen sich der Kot sammelt. In schlimmeren Fällen können auch die Blase, Prostata oder Teile des Dünndarms in das ausgebeulte Gewebe bzw. hindurch fallen.

Ob nun in ganz leichten Fällen konservativ diätetisch behandelt wird oder ob ein chirurgischer Eingriff von Nöten ist, auf jeden Fall muß das Tier kastriert werden. Die Bildung von Geschlechtshormonen muß für eine aussichtsreiche Behandlung auf jeden Fall unterdrückt werden. Auch kann es später bei einer möglichen Vergrößerung der Prostata zu Rückfällen kommen.

Anzeichen für eine Perinealhernie mit Rectumdivertikelbildung sind:
- Kotabsatzschwierigkeiten
- häufig verschmutzte Afterregion
- ungeformte große Kotfetzen
- aus dem After heraushängender Kot, der nicht abfällt
- fühlbare, nach außen gewölbte Ausbuchtungen unter der Rute/rund um die Aftergegend.

In einem chirurgischen Eingriff werden die vorgefallenen Organe zurückgedrückt, intaktes Gewebe drumherum wird zusammengezogen und alles mit einem speziellen Netz verstärkt, so daß der Darm wieder seinen normalen Durchmesser erhält.
Entsprechende Operationen sind kein Klacks, da in der Nähe des Afters geschnitten wird und die Wundheilung von daher problematisch werden kann durch mögliche Infektionen. Operierte Hunde werden vermutlich auf eine spezielle Diät umgestellt werden müssen, ebenso wird eine lebenslange Behandlung mit Anabolika nötig sein, um das Gewebe zu verfestigen und aufzubauen.

Etwa 20% aller operierten Hunde bilden später neue Rezidive. Eine erneute Operation ist in diesen Fällen nicht machbar, werden die Probleme gross, muss der Hund eingeschläfert werden. Jedoch ist bei diesen Hunden durch die erste Operation eine Lebensverlängerung von bis zu fünf Jahren möglich, bevor sie erneut an Hernien leiden und dann euthanasiert werden müssen..

Quellen:
http://www.kleintierpraxis-frankfurt.de/kranheitsinfos/themenHund.htm#10
http://www.vetline.de/facharchiv/kleintiere/fachinformationen/ rektumdivertikel.htm
und eigene Erfahrungen von Ina.
© 2005 Inka Dieckneite-Ari
Für diesen Beitrag möchte ich mich bei Inka bedanken, die ihre Erfahrungen mit ihrem Balou und weitere Infos zusammengetragen und uns zur Verfügung gestellt hat.

Verstopfung = Obstipation:

Hierunter verstehen wir eine verzögerte Kotentleerung. Wenn Dein Hund beim Entleeren heftig pressen muss und dann nur kleine harte Bröckchen purzeln, kannst Du mit einer Verstopfung rechnen. Normalerweise sollte der Kot unseres Vierbeiners aus förmigen Würstchen bestehen und leicht für ihn absetzbar sein. Ist dies nicht der Fall, stimmt entweder mit der Fütterung etwas nicht oder Dein Hund hat vielleicht Schmerzen im Bereich des Anus, was ihn zum Stuhlverhalten zwingt.

Bei einer Verstopfung sind einzelne Dickdarmabschnitte oder der Enddarm betroffen, weil der Kot im Dickdarm dann zu lange verweilt, wird ihm dort zuviel Wasser entzogen und er trocknet ein und wird hart. Ursachen sind häufig übermässige Knochenfütterung, das Verschlucken von unverdaulichen Sachen, Bewegungsmangel oder eben schmerzhafte Prozesse wie ein Tumor oder Prostatabeschwerden.

Um die angestaute Kotmasse einzuweichen verabreichen wir unserem Hund Paraffinöl, nach Anweisung unseres Tierarztes, sowohl oral wie auch rektal als Klistier. Bei leichteren Verstopfungen kann man eine Glaubersalzlösung 5%ig in warmen Wasser gelöst 0,5g -1g pro kg Körpergewicht geben. Aber bitte nicht überdosieren, sonst kann es zu krampfartigen Schmerzen kommen, genauso wie man es oft bei Rizinusöl erleben kann. Ausserdem sollte man für mehr Bewegung sorgen, damit die Darmmotorik wieder angeregt wird.




Diese Ratschläge sollen bitte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen, sie sollen nur zur Erkennung der verschiedenen Krankheiten dienen und bei kleinen Wehwehchen eine mögliche erste Hilfe aufzeigen. Haftung übernehme ich dafür keine !