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Krankheiten des Hundes und deren Behandlung:

Misteltherapie in Kombination mit Krebs bei Hunden

Dieser Beitrag stammt von Lisa , deren Hündin Voodoo an Lymphdrüsenkrebs erkrankt war. Sie hat uns ihre Erfahrungen mit der Misteltherapie beim Hund, in Kombination mit Krebs zusammen gestellt, wofür ich mich hier ganz herzlich bedanken möchte.

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Überblick:
1.Allgemeines
2.Med. Bestandteile
3.Wirkungsweise
4.Einsatzgebiete
5.Verabreichung
6.Therapiedauer
7.Nebenwirkungen
8.Zusatztips

Mistelbildchen mit freundlicher Genehmigung von: www.langusch.de



1. Allgemeines zur Mistelpflanze:
Im Volksmund bezeichnet man Misteln auch als:
 • Donnerbesen,
 • Drudenfuss,
 • Kreuzholz,
 • Hexenbesen,
 • Hexenkraut,
 • Immergrün,
 • Vogelkraut,
 • Wintergrün,
 • Heil aller Schäden,
 • Alpranken

Die Mistelpflanze zählt zu den sogenannten Hemiparasiten, auch Halbschmarotzer genannt. Dies sind Pflanzen die zwar noch eigene Photosynthese betreiben, ihren Wasser- und Nährstoffbedarf jedoch aus der Wirtspflanze beziehen. Sie haben ein verkümmertes Wurzelsystem. Ihre Wurzeln haben sich zu Saugorganen umgebildet, mit deren Hilfe Nährsalze und Wasser aus dem Gefässsystem der Wirtspflanze entnommen werden kann.

Ihre kleinen, weissen Früchte werden von Vögeln aufgefressen und gehen aufgrund ihrer Unverdaulichkeit und ihrer Schutzschleimschicht im Magen der Tiere nicht kaputt. Die Samen der Mistelpflanze werden durch die Exkrementen der Vögel auf Wirtbäume gebracht, wo sie Wurzeln bilden und sich zu einer eigenständigen Einheit ausbilden.
In Deutschland sind zwei Arten von Misteln beheimatet, das Viscum laxum und Viscum album. Beide Sorten stehen unter Naturschutz!

Die Mistel hat eine lange Tradition und wurde sogar in der römischen Literatur angetroffen. Im Mittelalter wurde sie gegen Leberleiden eingesetzt, später zur Blutdrucksenkung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen erste chemische Untersuchungen der charakteristischen Mistelinhaltsstoffe. Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte Rudolf Steiner den positiven Einfluss der Mistel in der Behandlung von bösartigen Tumoren. Bis heute hat sich die Behandlung von bösartigen Tumoren mit Mistelextrakten erhalten und leistet dem Menschen und der Tiermedizin gute Dienste.

Die Mistelextrakte sind auch Rheuma- oder aber immunschwache Patienten bekannt und stärken im Allgemeinen das Wohlbefinden.

2. Medizinische Bestandteile der Mistel:

Die Mistelpflanze enthält stark wirksame Peptide bzw. Glykopeptide: Lectine und Viscotoxine (= ein Gemisch aus 46 Aminosäuren), denen eine zellzerstörende Wirkung zugesprochen wird. Ausserdem wird diesen eine herzwirksame Beeinflussung auf den Blutdruck zugesprochen. Weitere Inhaltstoffe der Mistel sind Polysaccharide, Flavonoide, Cholin und Histamin, Saponin und Schleimstoffe.

3. Wirkungsweise der Inhaltsstoffe, bezogen auf ihr Einsatz bei Krebspatienten:

Die Misteltherapie enthält nur Mistelextrakte und keine weiteren künstlichen Zusätze.
In vitro zeigten besonders die Lectine eine zellzerstörende Wirkung (siehe Zytostatika). Im Reagenzglas steuern diese Stoffe die Zellteilung indem sie auf die Eiweisssynthese der Zelle einwirken und diese hemmen, sodass sie zum Tod der Zelle führen. Da sich Tumorzellen schneller teilen als normale sind sie von diesem Mechanismus am meisten betroffen.
Die Polypeptine, zu denen die Viscotoxine gehören, lösen die Zellmembrane auf. Die Polysccaride hemmen wiederum die toxische Wirkung der Mistellectine und regulieren somit ihre Verträglichkeit im Organismus. Oligosaccharide hemmen das Tumorwachstum.

Weiterhin helfen die Lektine zusammen mit den Viscotoxinen und den Polysacchadiren dem Immunsystem, indem sie körpereigene Botenstoffe freisetzen. Dies geschieht durch eine Aktivierung der Thymusdrüse die zu einer Steigerung der Immunabwehr führt. Experimente an Tieren (Mäusen) wiesen nach, dass sich diese positive Wirkung auch an lebenden Organismen bestätigt.

4. Einsatz von Misteln:

Die Misteltherapie zählt zu den unkonventionellen Therapien. Im Gegensatz zu konventionellen Verfahren, die sich gegen den Tumor selbst richten und ihn zerstören sollen, sind diese biologischen Verfahren auf den ganzen Körper ausgerichtet. Sie gehen davon aus, dass Krebs eine Erkrankung ist die den ganzen Körper betrifft. Selbstheilungskräfte werden bei dieser alternativen Heilmethode ganz gross geschrieben.

Allerdings sollte in diesem Zusammenhang erwähnt werden, dass die Therapie mit Mistelextrakten an lebenden Organismen nur wenig/einseitig wissenschaftlich erforscht wurde. Sie erwies sich bei der Bekämpfung des Krebses nicht überzeugend gut. In vitro erzielten ihre Wirkstoffe jedoch sehr gute Ergebnisse.

Weiterhin werden Misteln keineswegs bei alle Krebsarten als empfehlenswert betrachtet! Im Bereich von Hautkrebs zeigten die Misteln keinerlei Wirkung und Studien belegen, dass Patienten mit fortgeschrittenen bösartigen Melanomen nicht geholfen werden konnte. Da Krebs und dessen schnelle Entwicklung und Metastasierung mit Vorsicht zu geniessen sind, werden Mistelextrakte als Haupttherapie bei Hautkrebs eher abgelehnt.

4.1. bei Rheuma: (degenerative Gelenkerkrankungen)

Bei der Behandlung von Rheumapatienten wird durch die Misteln der Effekt der Immunstimulation ausgenutzt. Da die Injektion gewebsreizend und hautirritierend ist, verursacht dies eine kleine subcutane (= unter der Haut) Entzündung, die vom Immunsystem zu bekämpfen versucht wird. Dabei werden Stoffe freigesetzt, die auch Rhemaschmerzen lindern. Die Dosierung sollte hier unter ärztlicher Anweisung erfolgen, denn bei einer hohen Dosierung kann das Absterben von Gewebestellen herbeigeführt werden (Grund: siehe Wirkungsweise der Lektinen und Viscotoxinen)

4.2. bei Bluthochdruck:

Umstritten ist die Behandlung von leichtem Bluthochdruck mit Mistelpräperaten als Tee oder bei anderer oraler Verabreichung.
Da die Inhaltstoffe bei oraler Verabreichung nicht direkt in die Blutbahn gelangen, sondern erst vom Magen und später vom Darm aufgenommen werden, wobei die Viscotoxine dann inaktiviert werden, vermuten Kritiker, dass sie als Abfallprodukte in den Darm landen und das Blut gar nicht mehr erreichen. Schaden nehmen die Organe davon aber auch nicht.

Teezubereitung: ein Teelöffel ( ca.2,5g ) feingeschnittene Misteln mit kaltem Wasser übergiessen und bei Raumtemperatur ca. 10-12 Stunden stehenlassen. Anschliessend muss man die Flüssigkeit von den festen Bestandteilen trennen = abseihen. Dies klappt am einfachsten mit einem Sieb. Es können 1 - 2 Tassen täglich getrunken werden. Die feingeschnittene Misteldroge sollte kühl und lichtgeschützt gelagert werden. Die Tagesdosis von 5 - 7 Gramm sollte nicht überschritten werden.

4.3. bei Krebs:

"Die Misteltherapie ist heute ein etablierter Bestandteil der Krebsbehandlung. Etabliert insofern, als das sie als adjuvante Therapie bei über 60% der Krebspatienten eingesetzt wird. Sie ist damit die am häufigsten angewendete komplementäre Krebsbehandlung. Eine verbesserte Lebensqualität - nicht zuletzt durch eine Reduktion der Tumorschmerzen - als Wirkung der Mistelinjektionen ist durch klinische Studien belegt. In vitro und im Tiermodell sind antitumorale, antimetastatische und antibakterielle Wirkungen der Mistel zu beobachten." [ Quelle: www.hertlein-und-meyer.de/iscador ]
In der Krebsforschung wurden eine Reihe von Experimenten mit Misteln durchgeführt. Anfangs erhoffte man sich einen grossen Durchbruch bei der Heilung von malignen Tumoren, weil die Wirkstoffe der Mistel in vitro ein unglaublich gutes Ergebnis erzielt haben. Dazu: siehe oben, Punkt 3.
Ausserdem trägt die immunstärkende Wirkung der Mistel zur Aktivierung der Krebs-Abwehr bei. Die Streuung der vorhandenen Krebszellen kann durch die körpereigene Abwehr entgegengewirkt werden. Durch ihren Einfluss auf das Immunsystem gleicht eine Misteltherapie körperlichen und seelischen Stress aus.

Die Misteltherapie wird oft als Begleittherapie zur Chemo eingesetzt. Klinische Studien beweisen, dass eine Mistelbehandlung viele Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schleimhautschädigung, Infektionen und chronische Müdigkeit reduzieren kann; das heisst die medikamentösen Therapien werden allgemein besser vertragen.

Die Mistelextrakte können nicht nur während der Krebsbehandlung verabreicht werden, sondern auch und insbesondere in der Tumornachsorge, oder zur Vorbeugeherapie (im Sinne der Behandlung von Präkanzerösen = Vorstufe von Krebszellen ). Hier sorgen sie für die schnellere Regeneration des Körpers und halten ihn fit, damit eventuell verbliebenen Krebszellen im Körper aus eigener Immunstärke bekämpft werden können. Aus diesen Gründen wird die Misteltherapie oft auch über einen langen Zeitraum eingesetzt. Ausserdem hemmen Mistelextrakte bei der Nachsorge die Entwicklung von Rezidiven und Metastasen.
Allgemein kann man sagen, dass die Misteltherapie in der Krebsmedizin zu einem besseren Befinden und zur Linderung von Nebenwirkungen. Diese Extrakte können aber keineswegs eine Chemo oder aber eine Operation des Tumors ersetzen, denn dazu ist ihre Wirkung im Körper viel zu harmlos.

Weiterhin wird durch die Mistelextrakte die Ausschüttung von körpereigenen Endorphinen (Substanzen, die Schmerzen dämpfen und die Stimmung positiv beeinflussen) angeregt. Deswegen wurde in vielen Fällen die positive Nebenwirkung beobachtet, da der Verbrauch von Schmerz- oder Beruhigungsmitteln deutlich verringert wurde.
Eine Misteltherapie kann auch zu einer Appetit- und Gewichtszunahme führen, die bei Krebspatienten, die an Appetitlosigkeit während der Chemo leiden, sehr zugute kommt. Weiterhin können Mistelextrakte die Normalisierung von Schlaf und die Leistungsfähigkeit herbeiführen und somit zu einer verbesserten Lebensqualität der Krebspatienten beitragen. Neueste Studienergebnisse beim Menschen belegen einen deutlichen Überlebensvorteil für Patienten, die mit Mistel behandelt wurden.

Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Mistelextrakte. Je nach Bedarf gibt es Anreicherungen mancher Inhaltsstoffe wie zB. der Viscotoxine, die allerdings alle aus der Mistelpflanze hergestellt werden sollten.

Ein mögliches Mistelpräparat aus der Apotheke (oder vom Homöopathen) ist von Weleda, Iscador®P. Das Produkt was mir die Sandra empfohlen hat, und das wir nun auch seit einiger Zeit 3x die Woche injizieren. Die Mistelpräparate sind alle nicht ganz billig, aber sie lohnen sich allemal! Auch wenn sich die Extrakte lediglich auf das Immunsystem auswirken, wäre das für mich eine grosse Bereicherung. Weitere mögliche Präparate: Helixor®, Abnobaviscum®, Lektinol® etc.

5. Wie werden Mistelpräparate verabreicht?

Normalerweise werden Mistelpräparate subcutan (= unter die Haut) injiziert. Eine intravenöse Gabe ist bei manchen Mistelpräparaten verboten und sollte auf jeden Fall von einem Tierarzt durchgeführt werden.

Die Durchführung der subcutanen Injektion ist relativ einfach und kann nach wenigen Einweisungen durch den Tierarzt an dem Hund selbst durchgeführt werden.
In der Regel kommt es kurz nach der Injektion zu einer sogenannten Lokalreaktion: die Einstichstelle rötet sich und kann kurzzeitig jucken, leicht anschwellen oder sich erwärmen. Wenn die Reaktion allerdings zu heftig erscheint, muss die Dosis das nächste Mal reduziert werden. Diese Lokalreaktion ist allerdings erwünscht, denn die Antwort des Körpers auf die Extrakte ist ja Ziel dieser Therapie.
Weiterhin kann es zu einer leichten Erhöhung der Körpertemperatur kommen. Diese ist keineswegs als negative Nebenwirkung zu beurteilen, allerdings sollte sich die Temperatur des Hundes nicht gravierend verändern.

Geeignete Injektionsstellen sind der Bauch und alle anderen Stellen, die eine Gewebs- und keine Muskelmasse aufzeigen. Allerdings sollten diese Stellen besser durch einen TA festgelegt werden. Die Einstichstelle sollte von jeder Injektion korrekt dezinfiziert werden. Dann ein Stück Haut zwischen zwei Finger nehmen und das Präparat schräg in diese Hautpartie injizieren.
Vor der Injektion sollte die Hautpartie überprüft werden, indem versucht werden sollte, ob Blut in die Spritze erscheint. In diesem Fall ist sofort eine andere Stelle zu suchen, denn diese Erscheinung ist bei einer subcutanen Injektion nicht erwünscht!
Entzündete oder verletzte Hautstellen sind bei einer solchen Injektion zu vermeiden. Jedoch sollte auch in diesem Fall der betreuende TA mehr Infos geben.

6. Wie lange sollte man eine Misteltherapie machen?

Die Behandlung mit Mistel ist eine Dauerbehandlung. Sie sollte mindestens 4 Monate durchgeführt werden, kann allerdings über Jahre hinweg beibehalten werden. In der Humanmedizin haben sich Therapieintervalle von 3 Monaten mit 4 - 6 wöchigen Pausen bewährt. Eine Pause sollte auf jeden Fall eingelegt werden, damit das Immunsystem die Gelegenheit bekommt, sich ohne fremde Hilfe selbst stark zu machen und aktiv zu werden. Sonst läuft man Gefahr, dass sich ein Organismus an die Hilfe von Aussen gewöhnt und auf diese Stimulation stets angewiesen ist.

7. Nebenwirkungen einer Misteltherapie:

Im Allgemeinen ist eine Misteltherapie gut verträglich. Dennoch kann es in Einzelfällen zu einer grossen und nicht erwünschten Lokalreaktion kommen, bei der sich die Injektionsstelle stark rötet und eine grosse Schwellung auftritt. In solchen Fällen sollte die Therapie bis zur vollständigen Genesung abgebrochen werden, um dann mit einer kleineren Dosis wieder langsam anzufangen.
Das Gleiche gilt für Fieber, Schüttelfrost, eine Knotenbildung unter der Haut oder der Anschwellung regionaler Lymphknoten. Auch bei allergischen Reaktionen oder allgemeinen Krankheitsgefühl sollte das Extrakt wieder abgesetzt werden.

8. Weitere gute Tips, die mit Mistelextrakte bedenkenlos kombiniert werden können:

Die Misteltherapie ist ohne grosse Bedenken mit Spurenelementen wie Zink und Selen kombinierbar. Die Spurenelemente Selen und Zink haben sich bei der Krebsforschung gut bewertet. Das Spurenelement Selen hilft auf mehrere Ebenen bei dem Kampf gegen den Tumor, indem es einerseits die körpereigenen antioxidativen Schutzsysteme fördert und andererseits den Tumorzellen "in den Selbstmord treibt". Die Entstehung freier Radikale wird von Selen im Körper gehindert und weiterhin fördert dieses chemische Element die Reparatur bereits geschädigter Gene.

Zum Thema Misteltherapie gibt es eine Reihe guter Literatur auch online zu finden. Einfach mal googlen und nach diesen Extrakten suchen.

Dieser Beitrag stammt von Lisa und steht unter deren alleinigem Copyright. Ich bitte dies zu beachten !!!


Diese Ratschläge sollen bitte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen, sie sollen nur zur Erkennung der verschiedenen Krankheiten dienen und bei kleinen Wehwehchen eine mögliche erste Hilfe aufzeigen. Haftung übernehme ich dafür keine !