Hundohneleine: Infos zum Hund


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Was, wie, wo, wie oft und wie lange lernen wir?

Hmm...ja dies ist auch sicherlich keine einfach zu beantwortende Frage, aber dazu gibt es eine Antwort, die jedem Hundebesitzer klar machen sollte, womit er sich auseinander setzen sollte und auch muss, möchte er aus seinem Fellbündel einen zufriedenen, ausgeglichenen Hund machen.

Dein Hund lernt immer, zu jeder Tages- und Nachtzeit, denn Lernen bedeutet Verknüpfen und dies findet ständig statt, entweder von uns gezielt gelenkt oder eben ohne unser Zutun. Auch wenn Du ihn nicht erziehst, weil Du es vielleicht ablehnst und auf Antiautorität setzt. Dein Hund lernt trotzdem, wenn dann auch das Falsche, denn er muss gemäss seiner Natur eine Rangfolge in seinem Rudelhaben. Da Du nun sein Rudel bist, wird er die Führung übernehmen, wenn Du es nicht tust. Das heisst er wird tun und lassen, was ihm gefällt und selbst wenn es ihm und Dir Schaden bringt.

Willst Du es wirklich soweit kommen lassen, dass Dein Hund zur Gefahr für sich und seine Umwelt wird??? So schlimm muss es nicht kommen, zugegeben, aber es reicht doch schon, wenn er sich jede Menge Unarten wie Dauerkläffen (Deine armen Nachbarn), Stubenunreinheit (viel Spass beim Putzen), Jagen von Joggern und Radfahren (damit machst Du das Image des "bösen" Hundes in der hundefeindlichen Welt erst komplett) aneignet...dies lässt sich ewig so weiter führen und ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein friedliches, vertrauensvolles, liebevolles Zusammenleben zwischen Dir und Deinem Hund stattfindet.

Sorry, aber das musste sein, denn ich sehe oft genug, Menschen hinter ihren Hunden herschreien, herlaufen und der Hund macht was er will. Er hinterlässt seine Duftnoten in jedem Vorgarten und mich wundert es dann nicht mehr, wenn manche sich gegen die Hunde auflehnen. Würden wir alle etwas mehr Rücksicht aufeinander nehmen und unsere Hunde gut erziehen, würde auch sicher weniger Hundehass in unserem Land stattfinden...und damit wäre uns Hundeliebhabern doch sehr geholfen!!!

Goofy

So genug geschimpft ;-) wieder zu unserem Junghund. Der sitzt nun gerade neben Dir und wartet darauf, dass Du etwas mit ihm unternimmst. Da Du aber so interessiert liest und garnicht nach ihm schaust, bellt er Dich mal ordentlich an. Uih prima, sofort reagierst Du und beschäftigst Dich mit ihm... na das hat ja geklappt... schmunzel...nun hat Dein Hundchen prima gelernt, dass man durch nerviges Bellen Aufmerksamkeit bekommt. Macht er dies noch ein paar Mal, belohnt er sich jedesmal selbst dadurch. Ihm ist auch egal, ob Du schimpfst, Hauptsache Du bist für ihn da. Na wer hat jetzt hier wen erzogen???

Also besser ist es allemal, Du hast Dich erst ausgiebig mit Deinem Hund beschäftigt, hast mit ihm gespielt, warst mit ihm unterwegs um ihm neue Eindrücke zu verschaffen, seinen Geist anzuregen, seinem Trieb nach Neuem nachgegeben. Dann nämlich ist Dein Hund nun ausgeglichen und zufrieden und wird sich seine Langeweile nicht mit Gebell vertreiben und Du kannst in Ruhe weiterschmökern, wenn es Dir gefällt. Damit haben wir auch schon wieder etwas gelernt, denn alles was sich für ihn lohnt, wird vom Hund gerne umgesetzt. Also wenn er durch sein Gebell als Lohn Deine Aufmerksamkeit bekommt, wird sich sein Verhalten mit der Zeit festigen. Im Gegensatz dazu: verhält er sich ruhig nachdem wir uns mit ihm beschäftigt haben, wird er gerade in der Welpenzeit und Jugenphase zwischendurch immer wieder gelobt. So lernt er, dass auch das Nichtstun angenehm sein kann und er als Lohn Streicheleinheiten oder schon mal einen Kauknochen zum Bearbeiten auf seiner Decke bekommt. Geben wir ihm aber, damit er mit dem Bellen aufhört, ein Leckerchen, ist doch wohl klar was passiert?...oder?...;-)

Goofy und Socke

Nun aber wieder zur Eingangsfrage:

Was lernen wir?...na auf jeden Fall doch den Grundgehorsam, da sind wir uns doch sicher einig. Denn je besser Dein Hund folgt, umso mehr Freiheiten kannst Du ihm gewähren. Kennt er das Kommando; HIER oder KOMM...und reagiert auch entsprechend darauf, kannst Du Dein Lauftier draussen viel öfter von der Leine lassen.
Kennt er das Kommando: SITZ und PLATZ, kannst Du ihn überall mit hinnehmen, weil er sich ja brav hinlegen wird, wenn Du es ihm sagst.... usw. Kurze Anmerkung: wenn Du nicht mit Deinem Hund auf dem Hundeplatz arbeiten willst, dann würde ich auch nicht diese beiden sich so gleich anhörenden Befehle benutzen. Sondern vielleicht SITZ zum hinsetzen und DOWN zum Hinlegen...das wird dann viel leichter zu erlernen, weil es sich klar und deutlich für Deinen Hund unterscheidet.

Wie lernen wir?...das glaube ich haben wir auch schon festgestellt... smile... mit Ruhe, Ausdauer, Liebe und Geduld. In kleinen Schritten mit viel Lob und Bestätigung und möglichst wenig Tadel. Klar, der lässt sich nicht vermeiden, denn es gibt ja auch ziemliche Dickköpfe in der Hundewelt und man muss mal etwas strengere Töne anschlagen, aber jede Übung sollte mit einem Erfolgserlebnis für Deinen Hund enden. Also erwischst Du mal einen schlechten Tag bei Deinem Wibbel, versuch es zu ignorieren, breche die Übung ab, die überhaupt nicht klappen will und übe statt dessen etwas, was er schon beherrscht. Aber breche niemals die Überei mittendrin ganz ab, nur weil Du ungeduldig wirst. Denn auch dadurch lernt Dein Hund wieder etwas: stell ich mich bockig an, gewinne ich und der Zweibeiner (also Du ;-)) gibt auf.

Wo lernen wir? Am Anfang empfiehlt es sich zu Hause zu üben in gewohnter Umgebung. Beherrscht der kleine Wusel dann das SITZ und PLATZ und kommt auch flink, wenn man ihn ruft, probieren wir das Ganze mit einer langen Leine im Freien. Damit er auch gleich lernt, selbst wenn hier alles gross, weit und frei aussieht...zumindest für den kleinen Vierbeiner...heisst das nicht...jippy auf und davon. Aber bitte zunächst auch auf ruhigen Plätzen, Feldwegen oder ähnlichem. Je sicherer Dein Hund dann wird, desto stärker kannst Du die Ablenkung um ihn herum werden lassen.

Wie oft und wie lange lernen wir? Du kannst ruhig mehrmals täglich kurze Lernphasen mit Deinem kleinen Schatz einlegen. Lernen heisst ja nicht, alles todernst zu machen. Man kann seinem Hund auch wunderbar im Spiel sehr viel beibringen. Das Kommando: AUS z.B. lässt sich bestens in einem Kampfspiel um einen alten Lappen einbauen. Aber lass den kleinen Beutekiller auch mal gewinnen um sein Selbstbewusstsein zu stärken.

oh Beute Mazou      Mazou

Oder das Kommando NEIN: nimm hierzu ein Leckerchen in die Hand, halte es ihm vor die Nase und sage deutlich NEIN. Natürlich wird er versuchen es doch zu nehmen, denn er kennt das Kommando ja noch nicht. Schliesse die Hand immer wieder, wenn er es nehmen will und mache sie wieder auf mit dem Kommando NEIN... dies erfordert viel Geduld und Ruhe. Sobald er sitzenbleibt und sehnsüchtig auf das Leckerchen schaut und es nicht nimmt, heben wir das NEIN durch GUT oder NIMM wieder auf und lassen es ihn fressen. So kannst Du z.b. später draussen, wenn er etwas findet und daran schnuppert NEIN sagen und er wird es liegen lassen, statt dessen bekommt er zur Belohnung von uns das Leckerchen oder ein supertolles Lob, wie fein er das macht.



Lernen hat vielleicht für manche einen schlechten Beigeschmack, aber für unsere Hunde besteht das Leben aus Lernen. Nur wenn er lernen darf wie er sich verhalten soll, kann er auch in der menschlichen Welt klar kommen und glücklich mit seinen Menschen werden.