Hundohneleine: Infos zum Hund


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Was sollte der Hund kennenlernen?

Na klar, sicher sollte er alles kennenlernen. Aber hiermit meine ich die Prägung Deines Vierbeiners auf seine Umgebung, andere Lebewesen, Gerüche, Geräusche und Geschmacksrichtungen.
Idealerweise ist der Kleine schon beim verantwortungsvollen Züchter mit allem Möglichen wie anderen Hunden, Katzen, Autos, versch. Lärmquellen usw. konfrontiert worden. Dies wird er zwischen der 4. und 7. Woche neugierig und lernbegierig in sich aufgenommen haben. In dieser Zeit Erlerntes prägt sich ihm für alle Zeiten ein.

Hatte Dein Hund dazu nicht die Möglichkeit, dann hast Du eine Menge Arbeit vor Dir und Du brauchst eine grosse Portion Geduld und Einfühlungsvermögen um Deinen Schützling an alles heranzuführen, aber es ist nicht unmöglich!!! Ich weiss wovon ich spreche, denn mein erster Dobi kannte garnichts, als ich ihn bekam. Er ging auf alles nicht mit Neugier, sondern grosser Angst zu. Trotzdem haben wir es geschafft, dass er nachher überall mit hin konnte und sich auch seine Angst mit der Zeit verlor.

Wichtig dabei ist auf alle Fälle: Versuche nicht auf seine Angst einzugehen! Wenn Du ihn bemitleidest, wird es nur schlimmer, denn Dein kleiner Schisser merkt sehr schnell, wenn er ängstlich reagiert, wird er bemuttert und gestreichelt. Das würde ihn nur animieren dies Verhalten weiter zu zeigen. Besser allemal ist es ihm mit Ruhe und Geduld zu vermitteln, das in Deiner Nähe keine Gefahr droht. Ignoriere seine Angst, zeig ihm das eine flatternde Tüte z.B. nicht beisst, mach Dich mit ihm klein und fasse die Tüte an, locke ihn an lockerer Leine zu Dir, aber zerre ihn nicht zum Objekt seiner Angst.

Tütenmord
Überwindet er seine Angst und kommt auf Deine schmeichelnde Stimme schrittweise näher, wird er überschwenglich gelobt. Ist er dann sogar so mutig, die "böse" Tüte auch noch anzustupsen oder zu beschnuppern, bekommt er voller Lob auch noch ein Leckerchen. Und schwupps, ist die Tüte was Tolles. Dies sollte nur mal ein Beispiel sein, wie man seinem Angsthasen die Angst nehmen kann.

Seinen Hund vollkommen zu ignorieren, halte ich für völlig falsch. Man vermittelt ihm so rein garnichts, denn in seiner Angst bzw. Unsicherheit versteht er menschliches Ignorieren null.
Je nach Situation rede ich ruhig mit meinem Hund, freundlich aufmunternd und geb ihm auch mal nen aufmunternden Klapps. Ich ignoriere nicht wenn er bei mir Sicherheit sucht. Was kann´s denn besseres geben, als das er mir damit zeigt, daß er sich auf mich verlässt. Nun, dann sollten wir uns auch als souveränes Leittier zeigen und die “bedrohliche” Situation locker meistern. Mich freut es wenn meine Hunde bei Unsicherheit meine Nähe suchen, denn das zeigt mir das sie mir Vertrauen. Und das ist für mich das Allerwichtigste im Zusammenleben mit meinen Hunden.

Na logisch, bitte nun nicht wieder das Wort im Mund umdrehen: ich bemutter ihn nicht und ich tröste ihn auch nicht. Zwischen Ruhe austrahlen und Sicherheit geben und betüddeln, hektisch streicheln, auf den Arm nehmen und ängstlich zureden, ist für mich ein himmelweiter Unterschied!



Wir treffen auf Hunde und Katzen!

So nun aber, wir wollen also unserem Kleinen seine Welt zeigen, dabei sollten wir darauf bedacht sein, dass er möglichst viele positive Verknüpfungen erhält. Das Zusammentreffen mit anderen Hunden sollte auf jeden Fall gesucht werden, damit Dein Hund den Umgang mit ihnen lernt und nicht in Riesengebell und Gezerre an der Leine ausbricht, wenn wir auf unserem Spaziergang andere Vierbeiner treffen. Im Normalfall regeln die Hunde diese Treffen unter sich. Es gibt aber immer Ausnahmen und darum sollte man seinen eigenen Hund anleinen, wenn der fremde Hund auch an der Leine ist!

Treffen sich zwei freilaufende, fremde Hunde zum Ersten mal, gehen sie meist mit vorgestrecktem Kopf in leichtem Bogen aufeinander zu und versuchen Witterung vom Anderen aufzunehmen. Dabei stossen sie mit ihren Nasen fast zusammen und beschnuppern sich. Sie stellen fest, ob sie sich riechen können. Erst dann stellen sie sich Rücken an Rücken und beschnuppern sich gegenseitig an ihrem sogenannten Analgesicht, also am Hintern. Dort liegen die Drüsen die der Hundenase Aufschluss über den Artgenossen geben. Der Rangniedere wird seine Rute dann senken, um sein Analgesicht zu bedecken und so auszudrücken: Du bist der Chef. Geschieht dies nicht, wird das Wedeln eingestellt, die Nacken- Rücken- und Schwanzhaare sträuben sich und die Hunde beginnen sich langsam im Kreis zu drehen. Nun kann es leicht zu einer Rauferei kommen. Das ist das Idealbild wie es in vielen Hundebüchern vermittelt wird, variieren kann dies aber in vielfältiger Ausdrucksweise.

In solchen Momenten solltest Du Deinen Hund aber nicht an die Leine nehmen, denn gerade dadurch kommt es oft erst zum Kampf. Durch die Verbindung per Leine fühlt sich Dein Grosskotz nochmal so stark, er hängt ja an Deinem verlängerten Arm. Besser ist es, dann weiterzugehen und seinen Hund zu rufen, er wird dann wahrscheinlich erleichtert folgen, denn so kann er dem Kampf entgehen ohne sein Gesicht zu verlieren. Kommt es doch zum Kampf, hört es sich meist schlimmer an, als es ist.

Mazou und Socke

Das Geknurre und Gebelle gehört zum Imponiergehabe und wird von beiden Hunde auch voll ausgeschöpft. Je lauter der Kampf, desto ungefährlicher. Ein gut sozialisierter Hund wird den anderen nicht verletzen, sondern sie werden den Kampf einstellen, wenn sich der Rangniedere ernsthaft ergibt. Der Rangniedere wird sich in geduckter Haltung entfernen. Dies Verhalten siehst Du auch bei Deinem Welpen, der sich meist direkt auf den Rücken schmeisst, wenn ein grosser Hund auf ihn zugestürmt kommt und manchmal auch Urin abgibt um den Grossen zu beschwichtigen.

Nur ein sozial "gestörter Hund" wird die Unterwürfigkeit nicht anerkennen. In diesem Fall sollten die Hundebesitzer eingreifen und die Hunde trennen, dies muss vor allen Dingen schnell und von beiden Besitzern gleichzeitig geschehen. Man packt seinen eigenen Hund am Besten an den Hinterläufen und hebt ihn hoch. Dabei bitte nicht die Hunde auseinander reissen, sondern erst ein leichter Ruck nach vorn und dann nach oben und hinten, um den Biss zu lockern, sonst reisst man evtl. grössere Wunden. Meist lässt der Hund, durch den Schreck, von seinem Gegner ab und man kann ihn unter Kontrolle halten. Wie gesagt, wichtig ist, dass sich die Hundebesitzer einig sind, sonst kann sogar der Unterlegene zuschnappen, wenn er aus seiner Lage befreit wird, da er ja nun wieder die Hand seines Herrn spürt. Man muss dazu aber sagen, wenn es sich um einen ernsthaften, auf Beschädigung ausgelegten Kampf handelt, sind die meisten Hunde blind und taub, da kann es auch passieren, dass der eigene Hund einen verletzt, greift man dabei ein.

Meiner Meinung nach sollte man sich aber schnell mit dem anderen Hundebesitzer einigen und jeder entfernt sich nach Absprache in eine andere Richtung und ruft dabei seinen Hund freundlich und möglichst nicht panisch oder hektisch. Das grösste Chaos passiert meist durch den Mensch, der meint überall eingreifen zu müssen und dabei mehr falsch als richtig macht. Auch sollte man sich nicht mit dem Gegenüber streiten, wessen Hund nun angefangen hat, es sei denn es kommt zu ernsthaften Verletzungen, dann sollte es selbstverständlich sein nachzufragen und seine Daten anzugeben, damit man die Tierarztkosten des Anderen erstattet.

Hunde besitzen im Normalfall sehr viele, kleine Zeichen, die sie untereinander aussenden und damit schon vieles klären, ohne sich überhaupt auf einen Kampf einlassen zu müssen. Eigentlich sind die meisten Hunde friedliebende Gesellen und gehen Konflikten lieber aus dem Weg, als sich auf sie einzulassen. Diese zum Teil beschwichtigenden oder auch drohenden Signale, je nach Situation, werden nur leider von vielen Menschen übersehen oder es wird verhindert, dass sich der Hund artgerecht ausdrücken kann, indem er hektisch an die Leine genommen wird und dabei noch so kurz, das dem Hund garkeine Möglichkeit mehr bleibt, als durch Knurren zu zeigen, wie wenig ihm die Situation behagt, wobei er vielleicht viel lieber beschwichtigende Signale aussenden würde.

Jeder Hund hat eine sogenannte Individualdistanz, in dieser er anders reagiert, als vielleicht auf Entfernung. Oft liegt es daran, dass der fremde Hund unserem eigenen einfach zu nahe kommt und unserer durch die Leine nicht in der Lage ist, entsprechend seiner Triebe zu reagieren.

Hast Du eine Hündin musst Du schon ein wenig achtsamer sein, denn wenn zwei Hündinnen aneinander geraten, kann dies ein erbitterter Kampf werden und selbst wenn man die beiden Streitzicken getrennt hat, bleibt die Feindschaft bestehen. Auch beachtet die Hündin die Unterwerfungsgesten der kavaliervollen Rüden nicht, weil sie diese nicht kennt und beendet den Kampf nicht. Hier sollte man eingreifen! Aber im Normalfall werden sich eine Hündin und ein Rüde immer prima verstehen... schmunzel.

Nun ja, man sollte aber auch nicht den Allwissenden spielen und Hundebesitzer gleich anmachen, die ihre Hunde nicht von der Leine lassen wollen und den Kontakt zu anderen vermeiden. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben und da wir diese nicht kennen, steht es uns eigentlich nicht zu, zu sagen: ach machen sie doch ihren Hund los, dann passiert auch nichts. Es gibt nämlich auch Hunde, die direkt drauf losjagen ohne vorher den Anderen zu beschnuppern, die gleich zubeissen, sei es aus Unsicherheit oder Aggressivität. Darum sollte man es akzeptieren, wenn man sieht das Gegenüber leint seinen Hund an und seinen eigenen Hund auch anleinen oder per Kommando bei sich behalten.

Ein vernünftiges Verhalten gegenüber seinen Artgenossen erleichtert das Spazierengehen ungemein, daher solltest Du dafür sorgen, dass sich Dein kleiner Draufgänger möglichst früh artgerecht auszudrücken lernt. Dies kann er super lernen in einem Welpenkurs, die die meisten Hundesportvereine anbieten. Dort lernst auch Du einiges über Deinen Wolf im Hundefell ;-)

Wichtig finde ich persönlich auch das in sogenannten Welpengruppen auch mal ein gut sozialisierter erwachsender Hund dabei ist. So lernt der Kleine sich auch gegenüber "Älteren" richtig zu verständigen.


Dass Hund und Katze sich nicht mögen ist ein Vorurteil. Es liegt zum Einen in der unterschiedlichen Körpersprache der Beiden und zum Anderen daran, dass die meisten Hunde keine Katzen kennen.

Katzen flüchten normalerweise, wenn man mit seinem Hund anspaziert kommt und lösen so den Jagdinstinkt der Hunde aus. Hier bist Du gefragt diesen auf alle Fälle unter Kontrolle zu halten! Gehen Hund und Katze jedoch langsam aufeinander zu, passiert meist garnichts, denn der Hund kriegt sofort eins mit der Tatze verpasst, weil er der Mieze zu aufdringlich ist. Diese liebt es nämlich garnicht, wenn sie beschnuppert wird. Also hebt sie die Tatze um nach dem Aufdringling zu schlagen und schon haben wir das Missverständnis, denn ein unbedarfter Welpe sieht das Heben der Pfote als Spielaufforderung. Freudig wedeld er sie nun an und die Katze sieht das Schwanzwedeln als Drohung... schmunzel... nun kriegt der freundliche Wuschel fauchend eins auf die Nase und wird demnächst Katzen aus dem Weg gehen.

Indy Hey wer bist denn Du? Kann man mit Dir spielen?... freundlichwedel.

Meine Hunde sind mit Katzen im Haus aufgewachsen und sie haben einen Weg gefunden, miteinander zu leben: unsere Mieze wusste genau, dass wenn sie langsam an den Hunden vorbei stolzierte, diese garnicht auf sie achteten. Aber wenn sie Lust zum Ärgern hatte, dann rannte sie laut miauend an ihnen vorbei und die zwei Chaoten natürlich hinterher. Aber getan haben sie ihr nie etwas. Im Gegenteil, sie haben sogar zusammen auf der Decke gekuschelt und geschlafen.


Hunde im Rudel können sich anders verhalten, als Einzelhunde. Sie treten schon mal selbstsicherer auf und es kann vorkommen, dass man dann anders agieren muss, als mit einem Einzelhund. Aber auch das ist ein vollkommen normales Verhalten der Hunde, die ihr Rudel beschützen wollen. Fremde Rudel würden den Kontakt normalerweise vermeiden und sich aus dem Weg gehen, dies ist in unserem engen Lebensraum aber schlecht möglich.