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Der Hund und seine Ernährung

Hundefutter selbst gemacht?!

Also ich mag nun hier nicht mit dem Argument kommen, dass es für unseren Hund artgerechter wäre, ihn mit rohem Futter zu versorgen, wie so oft gesagt wird. Nein, für mich hat die Selbstversorgung unserer Hunde andere positive Gründe. Ich habe mir darüber so meine Gedanken gemacht und denke einfach, dass zwischen Wolf und Hund doch eine gewisse Zeitspanne liegt, die so einige Unterschiede hervorbringt und damit auch die Fütterung nicht eins zu eins umzusetzen ist. Also muss es sicherlich nicht immer nur roh sein.

Verwilderte Hunde fressen auch nicht unbedingt nur rohe Zutaten, sondern sie müssen um zu überleben, auch Abfallprodukte des Menschen fressen. Häufig finden sich in unserem Abfall auch gekochte Sachen, eben diverse Tischreste, die dem verwildertem Hund sein Überleben sichern. Und wenn man denn schon auf den Wolf pocht ;-)...dann kann man entgegnen, dass selbst Wölfe in futterarmen Zeiten oder Regionen die Nähe der Menschen suchen, um dort von deren Abfällen zu profitieren.

Lange Zeit wurde der Hund ja auch einfach mit den Essensresten gefüttert, die im Haushalt übrig blieben. Meine Oma erzählte mir, dass sie für ihre Hunde, zur damaligen Zeit, niemals extra Hundefutter gekauft hätten, da es sowas damals noch garnicht gab. Man hat sich keine Gedanken gemacht, ob das Futter ausgewogen war, man fütterte einfach das was übrig blieb, da auch der Mensch in Zeiten des Krieges nicht ausreichend Nahrung hatte. Auch zu dieser Zeit gab es durchaus Hunde, die damit steinalt wurden: der älteste Hund meiner Oma wurde 15 Jahre.

In der damaligen Zeit waren die Lebensmittel aber vermutlich auch noch nicht so belastet mit allen möglichen Giften wie z.b. aus Pestiziden oder Hormonen, die man heute leider so oft in der Nahrung antrifft. Mit der Zeit änderten sich die Lebensgewohnheiten der Menschen: es wurde mehr auf Haltbarkeit geachtet, die Schlachttiere sollten möglichst schnell wachsen, die Hygiene wurde als wichtiger angesehen etc. Dadurch änderten sich natürlich auch die Lebensmittel und somit das was der Hund zu fressen bekam. Ein Hund leidet heute häufig genauso an den sogenannten Zivilisationskrankheiten, wie Allergien oder Krebs, wie wir Menschen. Es hat also alles Vor- und Nachteile ;-), die fortschreitende Zivilisation deswegen vollkommen zu veruteilen, halte ich persönlich aber auch für falsch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man auf Kühlschrank und Co. verzichten möchte.

Milo von Christel
Herzlichen Dank an Christel für das Bild und die Erlaubnis dies hier zu zeigen.

Da Haustiere immer beliebter wurden, auch in immer engerem Verhältnis mit dem Menschen lebten, wurde mit der Zeit der Markt "Haustier" entdeckt. Schliesslich will jeder sein Haustier möglichst optimal versorgen und doch soll es einfach und schnell gehen. So entstand aufgrund der Nachfrage ein riesiges Angebot an verschiedenen Hundefuttern, Zusätzen und Zubehör. Ein Markt der kaum noch zu überschauen ist und sogar breiter als der der Kinderernährung geworden ist.

Über die Inhaltstoffe in Fertigfuttern habe ich ja anderer Stelle berichtet, aber eben weil es so unüberschaulich geworden ist, was alles in diesen Futtersachen zu finden ist, tendieren immer mehr Menschen wieder dazu, den Hund selber zu versorgen. Ob dies nun auch artgerechter ist, muss jeder selber entscheiden. Ich für meinen Teil habe mich nicht dazu entschieden, weil damit mehr Abwechslung auf den Speiseplan bringen kann. Am Anfang habe ich auch nur roh gefüttert, weil ich noch zuwenig Hintergrundwissen hatte und dachte, nur somit ist alles richtig für meinen Hund.

Hierbei habe ich auch festgestellt, dass sich die Industrie diese Art des Füttern durchaus auch zu Nutze macht. Mittlerweile gibt es auch in dieser Richtung eine breites Angebot, angefangen über Bücher bis hin zu diversen Zusätzen, die man beigeben soll/kann und auch Fleischanbieter, die schon alles fix und fertig mischen oder wolfen und anbieten.

Man kann Hunde, entgegen der Aussagen der Tierfuttermittelindustrie, sehr wohl selber ausgewogen ernähren. Selbst einige Tierärzte stehen dem mittlerweile offen entgegen und bekräftigen die Selbstversorgung. Blutbilder und Ernährungsanalysen beweisen die Thesen der Selbstversorger. Dem Argument, dass der Hund so nicht jeden Tag eine ausgewogene Ration erhält, kann man nur entgegenhalten, dass dies auch in freier Wildbahn nicht zutreffen würde. Auch hier ist der Speiseplan jeden Tag anders und wird auf längere Sicht aber ausreichend zusammen gesetzt. Noch nicht mal der Mensch versorgt sich jeden Tag ausgewogen, wie kommt man da bloss zu der Annahme, dass dies bei unseren Haustieren der Fall sein muss?

Klar muss man sich ein bisschen mehr mit dem Thema Ernährung auseinander setzen, will man seinen Hund selber versorgen. Denn logisch, das will ich garnicht abstreiten, kann man hierbei auch eine Menge Fehler machen, wenn die Nahrung zu einseitig und damit auf längere Sicht zu unausgewogen ist. Dann kommt es mit Sicherheit zu Mangelerscheinungen und damit zu lebensverkürzenden Krankheiten. Auch mag ich nicht behaupten, dass man durch selbst hergestelltes Futter alle Zivilisationskrankheiten ausschliessen kann. Natürlich nicht, denn unser Hund lebt nunmal auch in unserer Welt, die schon von der Luft her mit Schadstoffen belastet ist, genauso oft das Trinkwasser und die Umgebung und somit das Schlachtvieh selber.

Ob man aber nun seinen Hund vollkommen roh oder mit selbstgekochtem Futter ernähren will, sollte jeder selber entscheiden. Die Vorurteile von wegen erhöhtem Parasitenbefall in rohem Fleisch sind aber meiner Meinung nach nicht haltbar. Hunde haben ein wesentlich aggressiveres Verdauungssystem, als wir Menschen und die Verweildauer der Nahrung ist kürzer. Die Angst vor Salmonellen ist verständlich, da sie dem Menschen erheblich schaden kann, aber Salmonellen sind nicht nur in rohem Fleisch zu finden, man denke auch mal an Eier und Milch. Auch dies findet man in Kühlschränken und zusammen mit den anderen Lebensmitteln des Menschen! Hier ist die Hygiene eben das Wichtigste, aber die sollte man doch in der Küche sowieso walten lassen. Ein gesunder Hundeorganismus wird mit ein paar Salmonellen spielend fertig, selbst verdorbenes rohes Fleisch kann ein Hundemagen verwerten, im Gegensatz zu uns Menschen.

Auch die Angst vor Würmern ist in meinen Augen übertrieben, denn dann dürfte man seinen Hund garnicht mehr nach draussen lassen, denn Würmer finden sich auch in Aas und Kot, welches von den meisten Hunden als Delikatesse betrachtet wird. Auch kann sich unser Hund bei anderen Hunden mit Flöhen anstecken, die oft als Zwischenwirt für den Bandwurm dienen und somit auch damit eine Ansteckung erfolgen kann.
Und was schwimmt alles in Bächen, Tümpeln und Pfützen, die unsere Hunde so gern aufsuchen? Ich bin da der Meinung, dass man die Abwehrkräfte der Hunde stärkt, wenn man sie nicht von allem fern hält. Meine Hunde dürfen durchaus aus alten Pfützen saufen, da sie es gewohnt sind und nicht gleich anfällig für den geringsten Keim. Dies sehe ich ähnlich wie bei Kindern, wenn ich sie von allem fernhalte, können sie kein eigenes, kräftiges Immunsystem aufbauen und werden somit anfällig.

Also wer Spass daran hat, seinen Hund selber zu versorgen, der sollte dies ruhig tun und sich nicht zu sehr verunsichern lassen, durch die Angaben von Fertigfutter - Befürwortern. Ob gekocht, roh oder vegan liegt dabei ganz in Deinem Ermessen. Es kann durchaus auch jeden Tag anders gestaltetn werden, so bekommt man auch Abwechslung in den Napf und muss nicht mit Pülverchen und Tabletten zusetzen ;-).