Hundohneleine: Infos zum Hund


no

Blickkontakt

Wie der Name schon sagt, ist hiermit der Kontakt zum Hund in Form von in die Augen schauen gemeint. Es gibt verschiedene Formen des Blickkontaktes, man kann seinen Hund zum Blickkontakt animieren, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen, man kann seinen Hund aber auch fixieren (starr anschauen) und ihn damit provozieren oder wenn er es gelernt hat, ihn so in seine Schranken verweisen.

Bei fremden Hunden sollte man direkten, starren Blickkontakt vermeiden, er wirkt auf den Hund bedrohlich und fordert eine Reaktion des Hundes heraus. Wie diese sich auswirkt, liegt am Selbstbewußtsein der Hundes und an der Situation.

Der Blickkontakt wird unter Hunden eingesetzt, um sich zu verständigen. Man sieht oft bei Begegnungen der Hunde unter sich, daß der eine Hund starr schaut und droht und der andere Hund seinen Kopf weg dreht und damit den Blickkontakt abwendet. Der Unterlegenere signalisiert damit, daß er die zur Schau getragene Stärke des Anderen annimmt, ohne das es zum Kampf kommen muß.

Manche Hunde kaspern dann herum und suchen immer wieder leicht provozierend den Blick des Anderen, um ihn vielleicht doch zum Spielen zu animieren. Sie zeigen dabei übertriebene Spielaufforderungen und bellen albern oder brummen in komischen Tönen. Andere wollen der Gefahrensituation ganz aus dem Weg gehen und schauen ihr Gegenüber garnicht mehr an, um ihn ja nicht zu provozieren.

Auch dem Mensch gegenüber verhalten die Hunde sich oft so: sie wenden den Blick ab und gähnen vielleicht sogar noch zusätzlich, um den Menschen zu beschwichtigen, der vielleicht gerade mit ihnen schimpft. Dies ist kein Provozieren, im Sinne: “ach quatsch du mal, ich nehm dich eh nicht ernst”, sondern ist als Sanftstimmen anzusehen.

Der Blickkontakt unter Hunden wird auch eingesetzt um die Stimmung des Gegenübers zu ermitteln, natürlich immer im Zusammenhang mit den Körpersignalen. Ist der Andere vielleicht in Spiellaune oder will er seine Ruhe haben? Auch wir können dies nutzen, denn auch bei uns sucht der Hund nach Anzeichen für Freundlichkeit oder Abwehr. Ein aufmunternder Blick und ein lustiges Verhalten signalisieren dem Hund: jippy spielen mag.

Ich persönlich empfinde Blickkontakt zu meinen Hunden als sehr wichtig. Nur wenn sie mich anschauen, habe ich auch ihre volle Aufmerksamkeit und kann ihnen neue Sachen beibringen. Ein Hund der dagegen in der Gegend herum schaut, wird sich nicht auf mich konzentrieren und damit auch nicht verstehen, was ich von ihm möchte.

Man kann, wenn der Hund es gelernt hat, indem man bestimmte Blicke mit bestimmten Verhaltensweisen kombiniert, seinen Hund sogar über Blicke leiten. Ich kann meinem Hund auf Entfernung zeigen, daß dieses Verhalten nicht in meinem Sinne ist. Kommt dazu noch ein dunkler, kurzer Knurrer von mir, ist dies für meine Hunde mehr als deutlich und verständlich. Genauso kann ich ihm durch einen freundlichen Blick signalisieren, daß er dies gerade genau richtig macht. Also immer darauf achten, dass Blick, Sprache und Körperausdruck zueinander passen, dann ist es für unseren Hund leichter uns zu verstehen.

Auch beim Zusammentreffen mit anderen Hunden kann man den Blickkontakt nutzen, indem man den Hund dazu auffordert einen anzuschauen. Somit erreichen wir einmal daß wir seine Aufmerksamkeit haben und zum Anderen, daß der direkte Kontakt zum “Feind” unterbrochen wird. Somit wird oft auch der Konflikt unter den Hunden vermieden.

Dazu ist es natürlich wichtig, daß der Hund gelernt hat auf ein bestimmtes Signal zu uns zu schauen. Am Leichtesten errreicht man dies mit einem Leckerchen, indem man ihm es vor die Nase hält und es langsam zu den eigenen Augen führt. Dabei gibt man das Signal, welches man verwenden will, wie z.B. “gucken” oder “schau”. Der Hund wird das Leckerchen mit dem Blick verfolgen und dabei auf unseren FREUNDLICHEN Blick treffen, genau in diesem Moment muss man dem Hund das Leckerchen auch geben und im selben Moment auch das Signal nochmals sagen. Hat der Hund dies Signal verknüpft, kann man das Warten auf das Leckerchen und damit das Anschauen langsam erhöhen. Dies übt man am Besten, wie alles neue, erstmal ohne jegliche andere Ablenkung zuhause und erst nach und nach auch unter Ablenkung, bis hin zum Aufeinandertreffen mit anderen Hunden.

Ob Dein Hund das Signal wirklich richtig verknüpft hat und nicht nur nach dem Leckerchen giert, kannst Du ganz leicht feststellen, wenn Du einen besonderen Leckerbissen nimmst, ihn dem Hund zeigst und ihn dann von Dir weghälst und dabei das Signal gibst. Schaut er Dir nun in die Augen oder schaut er fasziniert auf das Leckerli? ;-)

Mazou