Hundohneleine: Infos zum Hund


Krankheiten des Hundes

Erkrankungen der Augen beim Hund:

Am Auge unseres Hundes können wir viel über seinen Gesundheitszustand erkennen. Der Hund nimmt seine Umwelt zwar vorwiegend mit seiner Nase wahr, aber an der kann man schlecht etwas ablesen. Sie wird noch nicht mal rot wie bei uns...smile.

Die Augen unseres Hundes sollten immer klar sein und die Bindehaut sollte nicht übermässig gerötet sein. Eine rote Färbung oder ständig tränende Augen weisen auf eine Erkrankung hin.

Bindehautentzündung = Konjunktivitis:

Läuft Dein Vierbeiner plötzlich von heute auf morgen mit tränenden, roten Augen durch die Welt, kneift sie wohlmöglich auch noch zu, dann hat er sich eine Bindehautentzündung eingefangen. Dies ist nicht weiter schlimm, wenn sich sein Allgemeinzustand nicht geändert hat. Ich meine damit, wenn er sich sonst benimmt oder auch nicht ;-) wie immer und er keine Anzeichen von Fieber, Unlust oder Apathie zeigt.

Hunde können sich so eine Entzündung sehr schnell holen, wenn sie Zugluft ausgesetzt sind, z.B. beim Autofahren mit offenen Fenstern, auch bei einer Klimaanlage im Auto ist die Gefahr gegeben.
Nun brauchst Du nicht gleich mit ihm zum Tierarzt zu gehen, denn man kann dagegen selber etwas unternehmen. Zunächst sollte man die Tränen vorsichitg entfernen mit einem weichen, nicht fusselnden Tuch, danach kann man leichte entzündungshemmende Augentropfen (z.B.: Berberil oder auf homöopathischer Basis Euphrasia) aus der Apotheke eintropfen oder noch besser Bepanthen Augen- und Nasensalbe in das untere Lid geben und ganz leicht einmassieren. Meine Hunde halten dabei still und grunzen vor sich hin... schmunzel... also scheint es auch noch sehr angenehm zu sein. Schau auch mal nach, dass er sich keinen Fremdkörper ins Auge geholt hat, denn auch dann tränen die Augen und werden rot, durch den Reiz.
Nur wenn Du absolut sicher bist, dass es sich um eine leichte Bindehautentzündung handelt, solltest Du selber etwas dagegen tun.

Socke

Ich weiss z.b. im Sommer, wenn die Augen tränen und wir mit dem Auto unterwegs waren und dabei die Klimaanlage an war, hat meine Socke auch schnell rote Äugelchen. Dann über Nacht Bepanthen Augensalbe (keine normale Bepanthen Salbe!) hinein gegeben und morgens ist es wieder gut.

Gefährlicher ist da schon eine eitrige Bindehautentzündung. Dies merkst Du daran, dass die Augen nicht nur tränen, sondern auch ein eitriges, meist gelbliches Sekret absondern. In diesem Fall solltest Du Deinen Tierarzt zu Rate ziehen, denn er wird Dir dann Augentropfen oder Salbe mit einem Antibiotikum verordnen.

Chronische Hyperplasie des Glaskörpers = PHPV

Chronische Hyperplasie des Glaskörpers ist auch bekannt unter PHPV = persistierendes hyperplastisches primäres Vitreum. Mit Glaskörper ist hier der wasserhaltige und gallertartige Inhalt des Auges gemeint, die den Raum zwischen der Linse und der Netzhaut ausfüllt. Unter Hyperplasie versteht man die übermäßige Zellteilung und die dadurch entstehende Vergrößerung von Gewebe bzw. Organen. Im Falle der chronischen Hyperplasie des Glaskörpers kommt es damit zu einem Vernarbungsprozess der Glaskörperarterie im Auge. Diese Arterie findet sich normalerweise nur in der Embryonalzeit und bildet sich dann, also schon vor der Geburt, wieder zurück. Geschieht diese arterielle Rückbildung nicht, so bleiben diese Blutgefäße bestehen und behindern das Sehen des Hundes. Wenn sich dieses vernarbte Gewebe an der Rückseite der Linse befindet, sehen wir bei unserem Hund eine weißliche Pupille.
Bei einigen Hunderassen hat man heraus gefunden, daß diese Erkrankung genetisch bedingt sein kann, daher sollte man mit betroffenen Tieren nicht weiter züchten. Desweiteren entstehen aus dieser Erkrankung möglicherweise andere Erkrankungen bzw. stehen damit in Verbindung. Hierzu zählt man Grauer Star, Nickhautvorfall, Netzhautdysplasie oder auch eine Verengung der Linse.

Collie Augen Anomalie = CEA Collie Eye Anomalie

CEA ist eine angeborene Krankheit des Auges, bei der die normale Entwicklung der Aderhaut gestört ist, oft auch mit einem Defekt des Sehnervs und mitunter auch noch Netzhautablösungen zusammen zu finden. Da dies nur bei Collierassen auftritt, wurde die Krankheit nach ihm benannt. Dieser Defekt wird rezessiv vererbt, sollte darauf bei der Zucht geachtet werden.

Ektropium = Hängelid:

Wenn Dein Hund nach aussen gerollte Lider hat, besteht der Verdacht auf diese Erkrankung, welche dann zu einer chronischen Bindehautentzündung führt. Hierbei sind meist beide Augen in Mitleidenschaft gezogen. Betroffene Hunde sehen so aus, als wenn sie einen traurigen Gesichtsausdruck hätten. Man sieht es häufig bei Boxern oder Bassets. Diese Erkankung ist nicht schlimm, eher lästig und kann mit der Gabe von Augentropfen behandelt werden. Es gibt auch die Möglichkeit der Operation, aber der gewünschte Erfolg stellt sich nicht immer ein.

Entropium = Roll-Lid:

In diesem Fall hat Dein Hund nach innen eingerollte Lider, wodurch die Wimpern am Augapfel reiben, was Deinen Hund sehr quält. Die Anzeichen sind die gleichen wie bei einer Bindehautentzündung (Tränen, zukneifen des Auges und eitriges Sekret), aber wenn Du genau hinschaust, kannst Du eben die eingerollten Lider erkennen.
Diese Erkrankung kann einseitig oder auch beidseitig auftreten. Gehe dann möglichst sofort zum Tierarzt um Deinem Hund weitere Qualen zu ersparen. Eine kleine Operation schafft schnell und einfach Abhilfe. Hierbei schneidet Dein Tierarzt eine Hautfalte am Lidrand weg und erzeugt so eine Hautspannung, die die Lider korrekt auseinander zieht. Nach ein paar Tagen heilt die Bindehautentzündung ab und Dein treuer Freund ist wieder mobil.

Fremdkörper im Auge:

Zeigt Dein Hund nur einseitig Symptome einer Bindehautentzündung, kann es sein, dass er sich einen Fremdkörper ins Auge geholt hat. Dies kann ein Sandkorn, ein Haar aber auch eine gefährliche Getreidegranne sein. Versuche die Augenlider vorsichtig auseinander zu ziehen und schau nach. Kannst Du ein Haar erkennen, dann versuche es vorsichtig mit einem Wattestäbchen zu entfernen, aber aufgepasst wenn Du einen Hibbel hast, wegen der Verletzungsgefahr. Hält Dein Hund nicht still oder klappt es beim zweiten Versuch nicht, dann ab zum Tierarzt. Wartest Du zulange, hast Du das Problem der eitrigen Bindehautentzündung und diese dauert bekanntlich länger in der Behandlung.

Grauer Star = Katarakt:

Hierbei handelt es sich um eine Eintrübung der Linse. Häufig tritt diese Erkrankung bei alten Hunden auf. Du bemerkst dabei einen milchglasähnlichen Schimmer auf seinen Augen. Je nach Stärke der Trübung kommt es zu Einschränkungen der Sehkraft, bis hin zur völligen Erblindung. Dies belastet Deinen Hund aber nicht allzu sehr, denn er orientiert sich mit seinem Geruchsinn ohnehin viel besser. Tritt diese Erkrankung aber bei sehr jungen Tieren auf, gibt es auch die Möglichkeit einer Operation. Eine Ursache zur Entstehung des grauen Stars kann eine Zuckerkrankheit sein.
Die geringere Sehleistung kommt dadurch zustande, dass nur noch wenige einfallende Lichtstrahlen die Netzhaut erreichen. Dies wird gestört durch die getrübte Linse. Je nachdem welche Struktur der Linse betroffen ist, spricht man von unterschiedlichen Formen. Die Ursachen können folgendermassen ausschauen:
- angeborener grauer Star
- Stoffwechselbedingter grauer Star
- traumatisch bedingter grauer Star ( z.b. Unfall )
- altersbedingt ( am häufigsten )
Logisch ist das Hauptsymptom der Sehverlust. Da er langsam voran schreitet, bemerken wir Menschen es erst oft sehr spät. Am Anfang zeigt sich ein graublauer bis weisslicher Schleier, vielmehr wirkt es wie ein Schleier, in Wirklichkeit ist die Linse schon getrübt.
Behandlung: Wenn es früh genug erkannt wird, kann die Linse durch eine Neue ersetzt werden.

Grüner Star = Glaukom:

Ein Glaukom kann verschiedene Ursachen haben:
- eine angeborene Fehlentwicklung, bei der die Kammerwinkel zu eng sind. Hierbei spricht man von einem Engwinkelglaukom.
- eine Bindegewebsstörung im Auge, die den Abfluss behindert. Hierbei spricht man von einem Weitwinkel- bzw. Offenwinkelglaukom.
- als Folge einer Entzündung im Auge, da eine Entzündung auch immer die normalerweise wässrige Zusammensetzung des Kammerwassers verändert, es kommt zu Verklebungen, die den Abfluss behindern
Symptome:
Das Auge kann gerötet sein, die Pupillen sind oftmals geweitet und die Hornhaut wirkt getrübt. Daneben findet sich ein erhöhter Augeninnendruck. Manche Hunde reiben ihren Kopf an Gegenständen, versuchen mit der Pfote an das Auge zu kommen oder sind einfach nur sehr schmerzempfindlich im Kopfbereich. Bei starken Schmerzen kann sich auch eine gewisse Aggressivität einstellen, wenn man den Kopf anfassen will.
Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser. Ist der Sehnerv und die Netzhaut noch nicht geschädigt, kann durch die Senkung des Augeninnendrucks dies auch weiterhin vermieden werden. Ansonsten gibt es Arzneimittel, die die Abflusskapazität des Kammerwassers erhöhen oder solche, die die Kammerwasserproduktion senken.
Bei sehr starken Schmerzen wird empfohlen das Auge zu entfernen, um weitere Schmerzen zu verhindern.

Linsenloslösung = Luxatio lentis:

Hierbei löst sich die Linse im Hundeauge, hervorgerufen durch eine Verletzung oder durch eine Entzündung. Es gibt aber auch die Form der vererbten LL, die dann im Alter von drei bis fünf Jahren zur Loslösung führt. Die Linse ist mitverantwortlich für das Scharfsehen von Gegenständen und ist normalerweise durch kleine Fasern fest verankert.
Verruscht diese nun, führt die losgelöste Linse im Auge zu einem Anstieg des Augeninnendrucks = Grüner Star. Hierdurch kommt es zu starken Kopfschmerzen, Dein Hund wird sehr empfindlich auf Berührungen am Kopf reagieren. Auch führt der erhöhte Druck in kurzer Zeit zu Sehverlust. Diese Erkrankung gehört auf jeden Fall in die Hände des Tierarztes; hier mit Augentropfen herum zu experimentieren, sollte man seinem Hund nicht zumuten. In günstigen Fällen kann man das Augenlicht auch erhalten.

Progressive Retinaatrophie PRA:

Hierbei handelt es sich um eine vererbte Augenerkrankung, die weder medikamentös, noch operativ behandelt werden kann. PRA ist eine Erkrankung der Netzhaut, bei der die Zellen, also die Nerven- und Sinneszellen im Auge, langsam zugrunde gehen. Dies führt zur vollständigen Erblindung des Hundes.
Ein typisches Anzeichen ist die anfängliche Nachtblindheit, die sich in Unsicherheit oder unkontrolliertes Bellen äussern kann. Auch will Dein Hund vielleicht nicht mehr mitlaufen im Dunklen, weil er eben schlechter sieht. Wenn Dir dies Verhalten bei Deinem Hund auffällt, solltest Du mal an diese Erkrankung denken, denn da sie sehr langsam voranschreitet (über zwei bis drei Jahre), fallen einem die ersten Symptome vielleicht auch erst später auf. Man kann dann feststellen, daß die Pupillen nicht mehr auf einfallendes Licht reagieren und auch stark zu leuchten scheinen, wenn Licht einfällt. Ein kleiner Trost kann uns in diesem Fall sein, daß diese Erkrankung unserem Vierbeiner keinerlei Schmerzen verursacht, wenn sie leider auch nicht heilbar ist.

Retinadysplasie = RD

Bei einer Retinadysplasie handelt es sich um eine angeborene Erkrankung, bei sich die Netzhaut ablöst. Es gibt verschiedene Grade der Ablösung:
- fokale RD (sind meist herdförmig, also nur eine Stelle)
- multifokale RD (auch auf kleinere Stellen begrenzt, aber eben mehrere)
- geographische RD (großflächige Stellen)
- totale RD (sagt der Name schon: alles betroffen)
Mit fokaler und multifokaler RD können die meisten Hunde noch relativ gut sehen, da meist nur bestimmte “Flecke” blind sind und somit nicht alles erkannt werden kann. Die geographische und die totale RD dagegen führen immer zu einer Erblindung unseres Hundes.

Trockene Hornhaut = Keratokonjunktivitis sicca:

Hierbei fehlt die Produktion der Tränenflüssigkeit. Diese ist wichig zur Reinigung, Desinfektion und Befeuchtung des Auges. Beim Fehlen dieser Flüssigkeit wird das Auge trocken und entzündet sich. Dadurch entsteht ein zäher, gelblicher Schleim, der sich nur schlecht entfernen läßt. Häufig ist die Hornhaut auch milchig oder rötlich. Man kann künstliche Tränen in Form von Augentropfen (z.B.: Liquifilm) geben, aber diese Prozedur müsste dann stündlich vollzogen werden. Um dies zu umgehen, gibt es eine Operationsmöglichkeit, bei der der Gang einer Speicheldrüse ins Auge verlegt wird und somit das Auge wieder befeuchtet wird.



Diese Ratschläge sollen bitte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen, sie sollen nur zur Erkennung der verschiedenen Krankheiten dienen und bei kleinen Wehwehchen eine mögliche erste Hilfe aufzeigen. Haftung übernehme ich dafür keine !